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Wetter: Warum der Siebenschläfer dieses Jahr Recht behält

Am Siebenschläfer-Tag lässt sich laut einer Bauernregel das Wetter der nächsten Wochen erkennen. Wissenschaftlich ist das aber nicht. Warum es dieses Jahr trotzdem passt, erklärt ein Meteorologe.

"Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag" - so lautet eine Bauernregel für den 27. Juni, den Siebenschläfertag. Nun sind fast fünf Wochen vergangen - Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen, ob an der Bauernregel 2017 etwas dran ist. "Dieses Jahr hat es sich bewahrheitet", sagt dazu Thore Hansen, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach.

Für alle, die sich nicht erinnern: Wie war das Wetter am Siebenschläfer? Im Norden Deutschlands herrschten Temperaturen um die 20 Grad, in Süddeutschland war es deutlich wärmer bei 25 bis 30 Grad, wie es vom DWD heißt. Dazu gab es fast überall Niederschlag - außer im Osten. Das erinnert durchaus an das Wetter der vergangenen Wochen.

Eine Frau und ein Junge mit einem Roller stehen auf einem Fußweg. Beide schauen auf eine Landstraße, die überflutet ist

Eine Frau steht mit einem Jungen an einer überfluteten Straße bei Bordenau (Niedersachsen)

Siebenschläfer-Tag allein reicht nicht

Aber kann anhand eines Tages eine Vorhersage für das Wetter über Wochen getroffen werden? Ein Tag reiche nicht, sagt Hansen. Wenn man die Wetterlage aber von Ende Juni bis Anfang Juli betrachte, dann liege man mit der Prognose, dass das Wetter über Wochen so bleibe, eher richtig als falsch. Und: Die Regel funktioniere eher im Süden als im Norden Deutschlands. Allerdings: Die Trefferwahrscheinlichkeit computergestützter Wettervorhersagen sei wesentlich höher als die der Bauernregel, teilte der DWD anlässlich des Siebenschläfertags mit.


Der Name Siebenschläfer geht auf die christliche Legende der "sieben Schläfer von Ephesos" zurück, die im Jahr 251 während der Christenverfolgung in eine Höhle geflohen und dort eingemauert worden sein sollen. Der liturgische Gedenktag ist der 27. Juni. Einst verknüpften Bauern Wetterlagen mit Festtagen und stellten Regeln auf.

Doch nach der gregorianischen Kalenderreform im Jahr 1582 stimmt der heutige Siebenschläfertag eigentlich nicht mehr mit dem ursprünglichen Tag überein. Durch die Verschiebung um etwa zehn Tage wäre der "richtige" Siebenschläfertag erst am 7. oder 8. Juli.


tkr / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?