Rekord "Mimi", das Riesen-Virus


Französische Forscher haben ein bisher unbekanntes Virus von "gigantischer" Größe entdeckt, das sich in Amöben versteckt.

Französische Forscher haben ein bisher unbekanntes Virus von "gigantischer" Größe entdeckt. Es hielt sich in Amöben versteckt, einzelligen Parasiten, die aus dem Wasser eines britischen Kühlturms isoliert wurden. Das Team um Bernard La Scola von der Universität Marseille untersuchte das Erbgut des Virus und konnte 21 Gene identifizieren, die Ähnlichkeiten mit denen anderer Viren haben. Das Virus ist vermutlich aber nicht gefährlich für den Menschen.

Im Wissenschaftsjournal "Science" (Bd. 299, S. 2033) vom Freitag beschreibt das Team seine überraschende Entdeckung. Demnach besteht das Erbgut des neuen Virus aus etwa 800 000 Bausteinen (Basen). Es ist damit deutlich größer als das anderer bisher sequenzierter Viren. Der Neuling habe sogar mehr genetische Bausteine als einige der bisher sequenzierten Bakterien wie "Mycoplasma genitalium" mit 580 000 Bausteinen und "Ureaplasma urealyticum" mit 752 000, heißt es in "Science".

La Scola und Kollegen tauften den Mikroorganismus "Mimivirus", eine Kurzform von "Mimicking Microbe" (imitierende Mikrobe) in Anspielung auf sein bakterienähnliches Verhalten. Mimivirus gehört nach Meinung der Forscher zu der Gruppe der nukleozytoplasmischen großen DNA-Viren (NCLDV), in der auch Mikroben zu finden sind, die Wirbeltiere und Insekten infizieren können. Mimivirus ist allem Anschein nach kein Krankheitserreger. Das Gleiche treffe auf seinen Gastgeber zu, die Amöbe "Acanthamoeba polyphaga", schreiben die Forscher in "Science".


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