morgenstern Grippe-"Tsunami" bringt Italiens Kliniken ans Limit. So ist die Lage bei uns

In Deutschland erwischt die Grippe immer mehr Menschen
In Deutschland erwischt die Grippe immer mehr Menschen
© Getty Images / Getty Images
Die Grippewelle rollt durch Europa – aktuelle Zahlen aus Deutschland. Außerdem: Schranken für Musks Porno-Bot. Und: Interessiert sich noch jemand für Innenpolitik? Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

hat es Sie auch schon erwischt? Winterzeit ist ja leider auch Grippezeit – und in dieser Grippesaison ist mit "H3N2 Subklade K" ein Virus mit beachtlicher Durchsetzungskraft unterwegs.

Besonders schlimm ist die Lage gerade in Italien: 800.000 Neuinfektionen wurden dort allein in der ersten Januarwoche gemeldet. Die Krankenhäuser sind am Limit, Patientinnen und Patienten warten in den Fluren der Notaufnahmen stundenlang auf Behandlung.

Italienische Mediziner sprechen von einem "Flunami", einem Grippe-"Tsunami", der durch das Land rollt. Die Bilder aus den italienischen Notaufnahmen wecken schlimme Erinnerungen an die Corona-Zeit – das Virus traf Italien mit seiner alten Bevölkerung besonders heftig.

Auch andere europäische Länder – etwa Österreich, die Schweiz, Großbritannien, Irland und Portugal – erleben derzeit starke Grippewellen.

Was das aktuelle Grippevirus so heftig macht – und wie die Lage in Deutschland ist.

Grippe in Deutschland: Die Welle rollt

"H3N2 Subklade K" heißt die Variante, die Italien und andere europäische Länder im Griff hat und laut Robert-Koch-Institut (RKI) auch in Deutschland seit einigen Wochen überwiegend nachgewiesen wird. Die Variante breitet sich laut Experten schneller aus als andere Grippeviren, ist also ansteckender – aber glücklicherweise nicht gefährlicher.

In Australien, wo unser Sommer der Winter ist, hat man bereits vor Monaten Erfahrungen mit dem Virus gemacht: Dort verlief die Grippesaison heftiger als in den Vorjahren, auffällig oft waren Kinder betroffen.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich gerade in Deutschland ab: Die meisten Kinder, die hier gerade wegen einer akuten Atemwegsinfektion ins Krankenhaus kommen, haben eine Grippe, erklärte Nicole Töpfner, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Über Weihnachten sei die Zahl der stationären Aufnahmen leicht zurückgegangen, seit Ende der Ferien steige sie wieder.

Zahl der Grippe-Fälle in Kliniken im erwartbaren Bereich

Die Zahl der Grippefälle in Deutschlands Kliniken liegt aber laut Töpfner im erwartbaren Bereich: "Es gibt keine Hinweise auf mehr schwere Verläufe als in den Vorjahren." Auch das RKI spricht von einer "moderaten Zahl an Arztbesuchen und Hospitalisierungen" aufgrund von akuten Atemwegserkrankungen.

Laut RKI ist die "Aktivität" von Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung wie in den Vorjahren zum Jahreswechsel zwar zurückgegangen und lag zunächst auf einem niedrigen Niveau. Jetzt erkranken aber immer mehr Menschen an der Grippe, in allen Altersgruppen: Zwischen 5. und 11. Januar wurden knapp 20.500 "labordiagnostisch bestätigte Grippefälle" gemeldet – in der Vorwoche waren es gut 14.900. Es wird aber nur selten getestet, die Dunkelziffer ist entsprechend hoch. Die im Abwasser gemessene Viruslast ist laut RKI in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Und der Gipfel der Grippe-Welle dürfte uns noch bevorstehen: In den vergangenen Jahren gab es die meisten Fälle zwischen Ende Januar und Mitte Februar.

Wie Sie Ihre Abwehrkräfte im Winter stärken können und vieles mehr: Alle stern-Extras zum Thema Gesundheit finden Sie hier.

Schranken für Musks Porno-Bot

"Zeige sie nackt", "Ziehe sie aus": Mit solchen ekelhaften Anfragen forderten Nutzer von Elon Musks sozialem Netzwerk X den integrierten Chat-Bot Grok dazu auf, Nacktfotos von Promis oder Privatpersonen zu erstellen – und Grok, KI-typisch keiner Schuld bewusst, lieferte binnen Sekunden ab. Gründer Elon Musk schien das zunächst zu bespaßen, der Milliardär machte fröhlich mit. 

Doch die Empörung wuchs, international. Insbesondere durch den Vorwurf, dass Grok auch nicht davor gestoppt hatte, sexualisierte Darstellungen von Kindern zu erstellen. Jetzt schreitet Musks KI-Firma xAI, die Grok entwickelt hat, ein: Man habe "technologische Maßnahmen" eingeführt, teilte das Unternehmen mit. Mehr dazu lesen Sie hier:

5-Minuten-Talk: Interessiert sich noch jemand für Innenpolitik?

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Stefan Düsterhöft

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