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Saurier-Fund Vorfahr von T-Rex entdeckt


Er war noch nicht mal zwei Meter groß: In Argentinien haben Forscher eine neue Dinosaurierart entdeckt. Der Fund des kleinen Jägers, der vor 230 Millionen Jahren über die Erde streifte, verrät einiges über die Artenvielfalt der Dinos.

Eodromaeus murphi - so haben Wissenschaftler einen Vertreter einer neuen Dinosaurierart benannt, dessen Knochenreste sie im Nordwesten Argentiniens entdeckten. Der kleine Räuber lebte vor etwa 230 Millionen Jahren, noch bevor die Blütezeit der Dinosaurier begann. Er war weniger als zwei Meter groß und bewegte sich auf zwei Beinen fort, berichten die Forscher im Fachblatt "Science". Ihre Untersuchungen zeigten, dass Eodromaeus ein früher Vorfahr der Theropoden-Saurier ist, zu denen die meisten Raubsaurier - darunter auch Tyrannosaurus rex - gehörten.

"Er war sehr niedlich, man hätte ihn als Haustier gewollt", sagt Paul Sereno von der Universität Chicago, einer der Studienautoren, der New York Times. "Aber er hätte sich wohl am besten als Wach-Dinosaurier geeignet, um die Hunde fern zu halten." Denn der Kleine war ein leichtfüßiger Fleischfresser, mit einem wendigen Körper und langen Zähnen.

Ricardo Martinez von der Universität San Juan (Argentinien) und seine Mitarbeiter verglichen den Körperbau des in der Ischigualasto-Formation entdeckten Sauriers mit dem eines anderen Sauriers, der zur selben Zeit in der Region gelebt hatte: dem Eoraptor. Auch dies war ein zweibeiniger und eher kleiner Vertreter der Dinosaurier.

Große Artenvielfalt

Die detaillierte Untersuchung zeigte einige Unterschiede auf, die den Eoraptor - anders als bisher angenommen - als Vorfahr der Sauropoden ausweisen. Dies sind große, pflanzenfressende Saurier mit einem tonnenförmigen Rumpf und einem langen Hals. Einer der Unterschiede betrifft das Vorhandensein einer pneumatischen Öffnung auf der Schnauze der Saurier. Diese ist für Theropoden typisch und demnach bei Eodromaeus vorhanden. Beim Eoraptor fehlt sie hingegen. Andere Unterschiede betreffen den Bau des Beckengürtels oder der vorderen Gliedmaße.

Eine Gesamtanalyse der Fundstücke ergab, dass die Dinosaurier vor rund 230 Millionen Jahren etwa elf Prozent aller vorhandenen Wirbeltiere ausmachten ­ - doppelt so viel wie bisher angenommen. Es gab zudem eine große Artenvielfalt unter den Dinosauriern. Dies spreche gegen die Theorie, die Dinosaurier hätten sich erst extrem vermehrt und weiterentwickelt, nachdem durch das spätere Aussterben anderer Tiere ökologische Nischen frei geworden waren, schreiben die Forscher.

lea/DPA DPA

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