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Sensationsfund auf Borneo: Vom Aussterben bedrohte Orang-Utans entdeckt

In einer abgelegenen Region der indonesischen Insel Borneo ist eine neue Kolonie von Orang-Utans entdeckt worden. Über den Besuch aus der Zivilisation waren die Menschenaffen aber alles andere als erfreut. Zur Begrüßung flogen den Forschern Äste um die Ohren.

In den Wäldern auf der indonesischen Insel Borneo haben Umweltschützer tausende vom Aussterben bedrohte Orang-Utans entdeckt. Wie der Wissenschaftler Erik Meijaard von der US-Naturschutzorganisation "Nature Conservancy" sagte, stießen die Naturschützer im Dezember in den Kalksteinbergen der Provinz Ost-Kalimantan auf mehr als 210 "Nester" mit aus Ästen und Blättern gebauten Schlafplätzen der Menschenaffen. Dies lasse auf eine relativ hohe Affenpopulation schließen. Bis zu 5000 Exemplare der bedrohten Borneo-Orang-Utans vermuten die Forscher dort.

"Wir haben auf unserer Reise eine Orang-Utan-Familie gesichtet", sagte der indonesische Wissenschaftler Nardiyono, der das Forscherteam anführte. "Das Männchen war ziemlich wütend auf uns und hat dauernd Äste abgebrochen, um damit auf uns zu werfen." Die Forscher seien über ihre Entdeckung höchst erfreut. Mit den örtlichen Behörden verhandeln sie demnach bereits darüber, das Gebiet in Ost-Kalimantan zum Schutzgebiet für Orang-Utans zu erklären.

Die Menschenaffen sind vor allem durch Waldrodungen und den Bergbau vom Aussterben bedroht. Von ihnen gibt es weltweit nur noch bis zu 60.000 Exemplare. 90 Prozent davon leben in Indonesien, der Rest in Malaysia.

AP/AFP / AP
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