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Soziale Intelligenz: Findige Finkenmänner

Zebrafinken sind auch nur Menschen: Je nachdem, ob ungebundene gleichgeschlechtliche Artgenossen oder Pärchen anwesend sind, fällt die Art und Heftigkeit des Balzgesangs unterschiedlich aus.

Nicht nur bei Menschen und sonstigen Primaten, auch bei den australischen Zebrafinken schauen sich die Männchen ihr Partnerschaftsverhalten bei den anderen ab. Wenn der Singvogel auf Lockrufe seines weit entfernten Weibchens antwortet, dann hängen Lautstärke und auch das Song-Repertoire davon ab, welche Zebrafinken sonst noch so in der Nähe sind. Das berichtet ein französisches Forscherteam um Nicolas Mathevon von der Universität Jean Monnet in Saint-Étienne im britischen Fachjournal "Nature" (Bd. 430, S. 448).

Dieser "Zuhörereffekt" beweist der Studie zufolge die soziale Wahrnehmungsfähigkeit der Zebrafinken - sie erkennen offensichtlich, in welchem Verhältnis ihre Artgenossen zueinander stehen. Diese Begabung gilt unter Fachleuten als ein Zeichen für Intelligenz. Die Forscher haben die Antwort-Rufe der Männchen verglichen und einen Unterschied festgestellt - je nachdem, ob ein "fest gebundenes" Paar in der Nähe war, ein ungebundene Weibchen und Männchen oder zwei Finken-Junggesellen: Waren "Verheiratete" nahebei, dann passte sich das gerufene Männchen an und antwortete eifriger als sonst.

DPA

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