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Streit um einbeinige Störchin Was soll mit der toten "Mathilda" geschehen?

Storchendame "Mathilda"
Die Storchendame "Mathilda" hat es nicht geschafft. Der Vogel starb an einer Blutvergiftung. (Archivbild)
© Picture Alliance
Eine Angelschnur wurde der Storchendame "Mathilda" zum Verhängnis. Nachdem sie eine Prothese erhielt, standen die Zeichen auf Besserung. Doch nun ist der Vogel an einer Blutvergiftung gestorben - und es droht ein Streit um ihre letzte Ruhestätte.

Die Storchendame "Mathilda" hat ihren monatelangen Überlebenskampf verloren. Das Tier starb in einer Magdeburger Tierklinik an einer Blutvergiftung in Folge ihrer schweren Verletzung, wie der Storchenhof in Loburg bekanntgab. "Mathilda" hatte sich im Frühjahr in einer Angelschnur verwickelt, die sie so schwer am Bein verletzte, dass dieses amputiert werden musste. Zunächst kam das Tier dann zum Storchenhof in Loburg, das sich um verletzte Vögel kümmert.

In einer aufwendigen Prozedur erhielt das Tier dann im August eine Prothese in einer Tierklinik. Zunächst sah es so aus, als würde sich "Mathilda" erholen, doch nun hat der verletzte Vogel den Kampf verloren. Zusammen mit seinem zweiköpfigen Team hatte der behandelnde Tierarzt Niels Mensing beinahe drei Monate versucht, Mathilda wieder aufzupäppeln. "Noch nie habe ich um das Leben eines Wildtiers so gekämpft (…) wir sind in tiefer Trauer", sagte Mensing der "Bild"-Zeitung. "Doch schwere Entzündungen hatten ihrem Immunsystem zu sehr zugesetzt."

Wird "Mathilda" nun ausgestopft?

Kurz nach "Mathildas" ableben droht nun Streit um die sterblichen Überreste des Vogels: Der behandelnde Tierarzt würde "Mathilda" gerne würdevoll auf dem Gelände der Tierklinik begraben. Das tote Tier lagert hier noch in der Kühlung.

Der Betreiber der Webcam, Andreas Rzehak, auf dessen Aufnahmen Mathildas Verletzung zunächst gesichtet wurde, will den toten Vogel hingegen lieber austopfen lassen und in der Vogelschutzwarte Seebach ausstellen. Rzehak sagte der "Bild" auf die Frage, warum "Mathilda" ausgestopft werden soll: "Als Mahnmal und Anschauungsobjekt. Schließlich ist der Mensch Schuld, dass sie sterben musste."

Immer wieder kommt es vor, dass Störche einen unnatürlichen Tod sterben, der auf die Präsenz des Menschen zurückgeht. Die Tiere kollidieren mit Windrädern oder verheddern sich eben, wie im Fall "Mathilda", in Angelschnüren.

amt

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