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Verhalten: Schimpansen sind egoistisch

Schimpansen zeigen wenig Interesse an einer guten Tat gegenüber nicht verwandten Artgenossen - selbst wenn ihnen dadurch keinerlei Nachteile entstehen.

Eine amerikanische Forschergruppe um Joan Silk von der Universität von Kalifornien in Los Angeles fand dies in einer Versuchsreihe mit in Gefangenschaft lebenden Tieren heraus. Die Forscher berichten über ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Nature" (Bd. 437, Nr. 7063, S. 1357).

Sein eigener Lohn blieb immer gleich

Als Probanden fungierten 18 Schimpansen aus zwei Gruppen, die nicht miteinander verwandt waren, aber jeweils seit mehr als 15 Jahren zusammenlebten. Die Wissenschaftler setzten den Tieren einzeln einen Apparat vor, der durch Ziehen an einem Seil eine Portion Futter lieferte. Dabei konnte sich jeder Affe entscheiden, ob nur er allein etwas zu fressen bekam oder gleichzeitig und in der gleichen Menge auch ein zweiter, befreundeter Schimpanse, der sich in Sicht- und Hörweite befand.

Für welche Möglichkeit der Affe am Apparat sich auch immer entschied - sein eigener Lohn in Form einer bestimmten Menge an Futter blieb gleich. Das überraschende Ergebnis der Tests: Keiner der 18 Schimpansen entschied sich häufiger für die zweite Option, wenn bekannte Artgenossen anwesend waren, als wenn er allein vor dem Apparat stand.

Empathie könnte rein menschlich sein

Empathie und Besorgnis über das Wohlergehen von befreundeten Artgenossen könnten rein menschliche Eigenschaften sein, da sie bei Schimpansen fehlen, umreißen die Forscher eine mögliche Erklärung für die Beobachtung. Eventuell sei ein solches selbstloses Verhalten noch bei anderen Tierarten zu finden, die stärker als Schimpansen kooperative Strategien in ihrem Zusammenleben anwenden - etwa bei Säugetieren, die sich bei der Aufzucht und Erziehung des Nachwuchses gegenseitig helfen.

DDP