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Zoo-Drama: Orang-Utan ertrinkt im Hamburger Tierpark

Tragischer Unfall im Hamburger Tierpark Hagenbeck: Die Orang-Utan-Dame Leila ist in ihrem Gehege ertrunken. Schuld an dem Unfall ist offenbar ein Besucher, der versucht hatte, das Tier zu füttern.

In Hagenbecks Tierpark in Hamburg ist ein Orang-Utan ertrunken. Schuld an dem tragischen Unfall sei vermutlich ein Besucher gewesen, der die zehnjährige Affendame Leila füttern wollte, sagte Chef-Tierpfleger Walter Wolters. Der Unbekannte warf ein Brötchen statt in das Gehege in den Wassergraben. "Laila wollte sich das Brötchen holen, ist aber ins Wasser gefallen und ertrunken", berichtete Wolters.

Die von Besuchern alarmierten Pfleger konnten nur noch die Leiche der Orang-Utan-Dame bergen. "Wir sind alle sehr betroffen", sagte Wolters. "Ein Pfleger ist sogar in Tränen ausgebrochen." Es sei das erste Mal, das so etwas in Hagenbecks Tierpark passiert sei. Der Brötchen-Werfer, der das von Geburt an in Hamburg lebende Tier trotz eindeutigen Verbots füttern wollte, konnte zunächst nicht identifiziert werden. Der Tierpark erwägt eine Anzeige.

Dass Wassergräben in Menschenaffen-Gehegen umstritten sind, berichtet Zooarchitekt Peter Rasbach im stern.de-Interview: "Es gibt einen Streit darüber, ob man Primatengehege mit Wassergräben begrenzen sollte. Die Diskussion kam auf, nachdem der Gorilla Arti im Zoo Hannover vor ein paar Jahren in einen Graben fiel und ertrank. Er wollte ein Stück Porree aus dem Wasser greifen und verlor sein Gleichgewicht. Seit Artis Unfall sind manche Zoodirektoren strikt gegen Wassergräben bei Primaten, da sie nicht schwimmen können. Wir bauen sie zwar weiterhin, aber nur mit Sicherheitsgittern im Wasser oder mit Netzen, an denen sich die Affen notfalls herausziehen können."

DPA / DPA
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