China hätte die Rettung sein sollen. 30 Belugawale und vier Delphine sollten im Chimelong Ocean Kingdom in Zhuhai eine neue Heimat finden, nachdem es in ihrem bisherigen Zuhause, einem kanadischen Zoo-Aquarium, keinen Platz mehr für sie gab.
Nachdem die Regierung die Ausfuhr in den Fernen Osten allerdings untersagt hat (aus Sorge, die Tiere würden dort zu Unterhaltungszwecken missbraucht), droht den Meeressäugern einem Insider zufolge nun der Tod – schon wieder. Ihre Besitzer hatten bereits Oktober erklärt, die Weißwale einschläfern zu lassen, falls sie sie nicht verkaufen dürfen. Ausgerechnet die USA, zuletzt nicht gerade als einwanderungsfreundliches Land bekannt, ist vielleicht die letzte Hoffnung der Tiere.
Tod im Freizeitpark: 20 Wale sterben in kanadischem Aquarium
Der Meerestierpark Marineland, wenige Kilometer von den Niagarafällen in der Provinz Ontario gelegen, steht seit langem in der Kritik. Kanadischen Medienberichten zufolge starben hier in den vergangenen Jahren 19 Belugawale und ein Orca. 2019 trat ein Gesetz in Kraft, das die Haltung von Walen, Delfinen und Schweinswalen zu Zucht- oder Unterhaltungszwecken in Kanada verbietet. Das besiegelte das Ende für Marineland.
Der Freizeitpark machte im Sommer 2024 dicht, kann sich die Pflege der verbliebenen Tiere, darunter auch Robben, Seelöwen, Bären und Hirsche, eigenen Angaben zufolge aber nicht mehr leisten. Finanzielle Unterstützung lehnte die kanadische Regierung ab. Die Tatsache, dass Marineland für die Wale nach Jahren der Gefangenschaft "keine tragfähige Alternative" vorgesehen habe, bedeute "nicht, dass die kanadische Regierung für die Deckung Ihrer Kosten verantwortlich ist", sagte Kanadas Fischereiministerin Joanne Thompson.
Letzte Hoffnung USA
Den neuen Exportantrag für die verbliebenen Belugas in die USA will die Behörde nun "zügig" prüfen lassen. Ein ehemaliger Marineland-Dompteur sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Tiere sollten an verschiedene Einrichtungen im Nachbarland gehen. Im Gespräch seien SeaWorld in Orlando, Georgia Aquarium in Atlanta, Shedd Aquarium in Chicago und das and Mystic Aquarium im Bundesstaat Connecticut. Sollte der Antrag erneut scheitern, könnte es diesmal wirklich den Tod der Tiere bedeuten.
Ein Expertenteam hat die Wale vergangene Woche untersucht, hieß es Medienberichten zufolge in wortgleichen Erklärungen zweier möglicher Abnehmer in den USA. Es sei aber noch zu früh, um eine verbindliche Zusage zu verkünden. Dieselben US-Einrichtungen aus Georgia hätten bereits dabei geholfen, Belugas aus der kriegsversehrten Ukraine zu vermitteln.
Quellen: "Guardian"; "CBC News"; "The Globe and Mail"