Zuchterfolg Forscher züchten durchsichtige Frösche


Bislang mussten Wissenschaftler ihre Versuchstiere meist mit dem Skalpell aufschneiden, um an ihnen Krankheiten erforschen zu können. Japanische Forscher haben jetzt eine unblutige Alternative zum Sezieren entwickelt: den transparenten Frosch.

Auf dem ersten Blick sieht er aus wie ein ganz normaler Frosch. Ein bisschen blass ist er, aber ansonsten hat er alles, was ein Frosch zum Frosch macht: lange angewinkelte Hinterbeine, große kugelförmige Augen, schleimige Haut. Doch genau hier, bei der Haut, entdeckt der Betrachter auf dem zweiten Blick, was an diesem Frosch so besonders ist: Er ist durchsichtig, sogar seine inneren Organe kann man erkennen. Und er ist eine kleine Sensation.

Der erste transparente Vierbeiner

Japanischen Forschern ist es erstmals gelungen, aus ganz gewöhnlichen japanischen Braunfröschen, transparente Frösche zu züchten. Sie seien die ersten ihrer Art, sagte Professor Masayuki Sumida von der Universität Hiroshima, denn bislang gebe es keine transparenten vierbeinigen Lebewesen. Zusammen mit seinen Kollegen züchtete er die Frösche, um Krankheiten wie Krebs am lebenden Objekt studieren zu können. "Da sie während ihres ganzen Lebens transparent bleiben, können die Organe desselben Frosches durchgehend beobachtet werden", erklärte Sumida. So müssten sie die Frösche nicht sezieren und könnten zum Beispiel die Wirkung bestimmter Chemikalien an einem Frosch über längere Zeiträume beobachten.

Allerdings gelinge die Zucht bislang nur in einem von 16 Fällen. Außerdem würde die Eigenschaft bei der folgenden Generation verloren gehen, sagte Sumida. Dennoch planen die Wissenschaftler, ein Patent für den durchsichtigen Frosch zu beantragen.

DDP DDP

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