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E-Camper "Slow and small" Camping – auf Reisen mit dem Elektro Frosch für 3990 Euro

Der Elektro Frosch bietet das kleine Camperglück.
Der Elektro Frosch bietet das kleine Camperglück.
© Elektro Frosch / PR
Camper boomen, aber sie sind sündhaft teuer. Der Elektrofrosch kostet kaum mehr als ein gutes Fahrrad und surrt mit seinem Zeltaufbau gemächlich über die Landstraße. Zeit sollte man allerdings mitbringen.

Camper boomen in Deutschland. Die meisten sind mit einem umweltschädlichen Diesel ausgerüstet. Viele dürfen ihren Stinker nur darum noch bewegen, weil er als Oldtimer von Sperrzonen ausgenommen wird. Neue Modelle sind sauberer, doch sie kosten schnell mehr als 50.000 Euro.

In Berlin wird ein ganz anderer Camper angeboten, der an die bescheidenen Reiseautos der frühen 1950er Jahre erinnert. Nur, dass der "Elektro Frosch" emissionsfrei mit Strom läuft. Das Berliner Unternehmen Elektro Frosch bietet Fahrzeuge einer Klasse an, die zwischen Rollern und Fahrrädern auf der einen Seite und echten Kfz-Fahrzeugen auf der anderen angesiedelt sind.Der kleine Pick-up erinnert nicht von ungefähr an die Ape von Piaggio. Es ist ein Motorroller mit drei Rädern. Vorn kann man zu zweit vor Regen geschützt in einer Kabine sitzen, wenn der Fahrer sich etwas verrenkt. Denn es gibt kein Lenkrad, sondern einen mittigen Mopedlenker.

Nur die Pro-Version hat Türen

In der teureren Pro-Version gibt es sogar eine Heizung. Und hinten hat das Vehikel eine kleine Ladefläche. Der Elektro Frosch ist ein Pick-up-Zwerglein, den man kaum mit den Giganten von Ford und Dodge nicht vergleichen kann oder gar mit dem brachialen Cybertruck.

Das kleine Dreirad kann der Kunde mit einem passenden Camping-Set ergänzen. Oberhalb der Ladefläche wird ein aufklappbares Zelt montiert. Das Prinzip ist altbekannt, für den Land Rover Defender gibt es seit Ewigkeiten ähnliche Zeltaufbauten. Auf der Ladefläche unterhalb des Zeltes bleibt Platz für einen voll ausgestattetes Küchenset, das im Betrieb ausgeklappt werden kann. Die Kochnische wird mit Kocher, Besteck und Geschirr geliefert. Das Set wird durch ein Sonnensegel abgerundet.

Zwei Personen können so naturnahen Urlaub genießen. Ihr Motto sollte allerdings lauten: Der Weg ist unser Ziel. Denn der Elektro Frosch ist alles andere als ein Kilometerfresser. Der Motor hat 3,4 PS. Mit 40 km/h Spitzengeschwindigkeit hat man genügend Zeit, die Landschaft wahrzunehmen. Auch die Reichweite ist begrenzt. Frosch gibt 60 Kilometer an, Kunden sollen aber auch schon 100 Kilometer erreicht haben.

Das hört sich wenig an, entspricht aber den Dimensionen, wie man sie als Radurlauber gewohnt ist. Eine Alternative wäre es, den Fahrradwohnwagen von Mads Johansen an ein kräftiges Elektrorad zu hängen ("Der Fahrrad-Wohnwagen aus Dänemark zum Selberziehen"). Das Aufladen des Froschs dauert sechs bis acht Stunden, man kann also nicht davon ausgehen, den Frosch Camper bei einer Mittagsrast wieder aufzuladen. Das ganze Camping Kit ist so leicht, dass es bequem abgenommen werden kann. Im Alltag kann der Elektro Frosch dann als Transporter dienen. Mit einer Nutzlast von immerhin 525 Kilogramm darf der Frosch deutlich mehr transportieren als ein Fahrrad.

Zweitbatterie als Range-Extender

Mit dem Camping Kit kostet die Basisversion "Big" 3990 Euro. Die "Pro"-Variante für 4990 Euro bietet neben der Camping-Ausrüstung Türen an der Kabine und eine Heizung. Das Fahrzeug ist 2740 Zentimeter lang, die Ladefläche misst 145 mal 97 Zentimeter. Wie das abgerundete Design schon vermuten lässt, kommt das Modell aus China. Im Reich der Mitte genießen diese "Kleiner als ein Auto"-Fahrzeuge eine Reihe von gesetzlichen Privilegien und sind dort also sehr gefragt.

Die deutsche Gesetzgebung räumt den Mini-Wagen keine Vorteile gegenüber einem großen Lieferwagen ein, daher kommen die umweltfreundlichen Transporter nicht über ein Nischendasein hinaus. 

Eine weitere Batterie, um die Reichweite zu verlängern, wird leider nicht angeboten. Grundsätzlich sollte es aber kein Problem, einen zweiten Akku mitzunehmen. Und mehr als 150 bis 200 Kilometer möchte man ohnehin nicht in dem sympathischen Mini-Fahrzeug unterwegs sein.

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