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Hinweise auf Hohlräume: Ruht Nofretete neben Tutanchamuns Grab?

Was steckt hinter der Grabkammer des ägyptischen Pharaos Tutanchamun? Über diese Frage rätselt die Fachwelt seit Wochen. Nun verdichten sich die Hinweise auf Hohlräume. Der Historiker Hermann Parzinger hält einen wertvollen Fund für durchaus möglich.

Suche nach der letzten Ruhestätte der Nofretete: Ruht sie hinter der Grabkammer Tutanchamuns?

Suche nach der letzten Ruhestätte der Nofretete: Ruht sie hinter der Grabkammer Tutanchamuns?

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hält angesichts einer vielbeachteten neuen Theorie eine wertvolle Entdeckung hinter den Wänden des Grabes von Pharao Tutanchamun in Ägypten für möglich. "Wenn es sich um eine Grabkammer handelt, ist es gar keine Frage, dass sie reich ausgestattet ist", so Parzinger.

Wissenschaftler hatten Tutanchamuns-Grabkammer zuvor mit Radaranalysen untersucht und die Ergebnisse vor einigen Tagen veröffentlicht. Mamdu al-Damati, der ägyptische Minister für Altertümer, erklärte daraufhin, es bestehe eine "90-prozentige Chance", dass hinter dem Grabmal des Pharaos eine weitere Kammer liege. Bereits im Vorfeld hatte der Archäologe Nicholas Reeve mit einem Aufsatz für Aufsehen gesorgt, in dem er auf mögliche Räume hinter zwei Wänden der Grabkammer hinweist. Die Erkenntnisse der Messungen scheinen Reeves Annahmen nun zu bestätigen.

Der britische Wissenschaftler vermutet in einem der Hohlräume sogar das Grab der Pharaonengattin Nofretete. Sie war Tutanchamuns Stiefmutter und - in Reeves Theorie - gleichzeitig seine Vorgängerin als Pharaonin. Dies hält Parzinger allerdings für "pure Spekulation". "Wenn es eine Grabkammer ist, sehe ich es nicht als erwiesen, dass es sich um Nofretete handelt." Dennoch würde seiner Ansicht nach jedes Grab, das ungestört aufgefunden wird, die Forschung enorm voranbringen.

Wie geht es jetzt weiter?

Wenn sich die Experten sicher sind, dass es weitere Räume gibt, wollen sie diese auch erkunden. Das Problem: Eine Wand will dort niemand so einfach durchbrechen, denn die Malereien in der Kammer gehören zu den wertvollsten und bekanntesten der Welt. "Es liegt auf der Hand, dass mit Sonden gearbeitet wird", sagt der belgische Ägyptologe Harco Willems. Dafür würde eine kleine Kamera durch ein Bohrloch in der Wand geführt, um den unbekannten Raum auszukundschaften. Es wäre wohl das erste Mal seit mehr als 3000 Jahren, dass Licht in die Kammer fällt.

ikr/DPA
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