VG-Wort Pixel

Archäologie Nofretete – verschollene Mumie der schönsten Königin Ägyptens entdeckt

"Die Schöne ist gekommen" - die Majestät der Nofrete schlägt die Betrachter in den Bann.
"Die Schöne ist gekommen" - die Majestät der Nofrete schlägt die Betrachter in den Bann.
© Mikhail Tereshchenko / Picture Alliance
Als ihre Büste gefunden wurde, galt Nofretete als schönste Frau der Welt. Ihre Mumie wurde nie gefunden – bis heute. Eine DNA-Untersuchung soll Sicherheit bringen.

Als die Büste der Nofretete 1912 gefunden wurde, hielt die Welt den Atem an. Die ägyptische Königin gilt als Inbegriff weiblicher und majestätischer Schönheit. Ihr schlanker Hals, die großen Augen und die hohen Wangenknochen elektrisierten die Betrachter – ihre Haltung demonstriert ihre Stellung weit über den normalen Sterblichen. Dieser Nimbus wirkt noch heute. Ihr Name bedeutet übersetzt "die Schöne ist gekommen", und die Büste folgt den Regeln des "Goldenen Schnitts" mit perfekten Proportionen.

Nun wurden im Tal der Könige zwei Mumien entdeckt. Zahi Hawass, der frühere Staatsminister für Altertümer in Ägypten, hat die Ausgrabungen im Tal der Könige im heutigen Luxor durchgeführt. Er glaubt, dass es sich bei der einen Mumie um Nofretete handelt und bei der anderen um ihre Tochter Ankhesenamun, die Frau von Tutanchamun.

Nofretete: Sicherheit im Oktober

"Im Oktober werden wir in der Lage sein, die Entdeckung der Mumie von Ankhesenamun, der Frau von Tutanchamun, und ihrer Mutter Nofretete bekannt zu geben", sagte er. Man nimmt an, dass die Mumien aus den Gräbern KV21 und KV35 im Tal der Könige in Luxor stammen. Dann dürfte auch bald das Rätsel gelöst werden, ob die echte Königin von so betörender Schönheit wie ihre Büste war. Hawass sagte, nach der DNA-Analyse der Mumie werden CT-Scans des Kopfes in Auftrag geben, die dann "das vollständigste und genaueste Bild der Königin" zeigen werden.

Unter Zahi Hawass häufen sich die Entdeckungen und Ausstellungen. Derzeit befindet sich eine gigantische Ausstellung mit Artefakten und dreidimensionalen Simulationen über die Zeit Ramses II. auf Weltreise. Die PR-Offensive um die Pharaonen ist für die Identität des Landes und den Tourismus in Ägypten von großer Bedeutung. Dabei schreckt man auch nicht vor Inszenierungen wie in Hollywood zurück. Zahi Hawass ist eine treibende Kraft dabei, er sagte: "Wir haben kaum 30 Prozent von allem gefunden, was unter der Erde liegt. "Das moderne Ägypten baut auf dem antiken auf. Und deshalb ist das Erbe, das verborgen bleibt, immens."

Frühe Form des Monotheismus

Nofretete regierte während der 18. Dynastie Ägyptens und lebte etwa zwischen 1370 und 1330 v. Chr.. Eine Zeit, in der Ägypten am mächtigsten und wohlhabendsten war. Doch die Herrschaft von ihr und ihrem Mann Amenhotep IV., der sich später Echnaton nannte, führte zu einer Zeit der Unruhen und des Niederganges. Das Paar wandte sich vom traditionellen Polytheismus und etablierte einen monotheistischen Kult um die Sonnenscheibe. Im 19. Jahrhundert wollte man darin einen Vorschein der jüdischen Religion und des Christentums erkennen. Der Hof wurde in eine neue Hauptstadt weit außerhalb von Theben verlagert. Doch der neue Kult brachte ihre Herrschaft in eine Gegnerschaft zu der Priesterkaste und dem einfachen Volk. Es wird vermutet, dass das Paar praktisch kaltgestellt wurde und später nur noch über ihre neue Stadt Akhetaten herrschte. Nach dem Tod ihres Mannes und vor der Ernennung Tutenchamuns zum Pharao soll Nofretete dort für kurze Zeit allein regiert haben.

Nofretete starb 1331 v. Chr. und sollte an der Seite ihres Mannes im Königsgrab des Echnaton beigesetzt werden. Doch keiner der beiden Leichen wurde dort gefunden. Die Mumien wurden zu ihrem eigenen Schutz später verlagert. Dazu gab es immer Spekulationen, dass sie in einer großen geheimen Kammer hinter einer verborgenen Tür im Grab ihres Stiefsohnes Tutanchamun beigesetzt wurde. Doch dieser mysteriöse Raum wurde nie gefunden. Nofretete war Mitregentin und trug den Titel "Große königliche Gemahlin" – sie zählt daher mit Teje und Nefertari zu den drei mächtigsten Frauen des alten Ägyptens. Kleopatra gehört einer späteren Epoche an. Nefertari wurde von ihrem Gemahl Ramses II. auch "die Frau, aus der die Sonne scheint" genannt. Ihre Herrschaft gemeinsam mit Ramses II. war allerdings weit bedeutender als die Periode von Echnaton und der schönen Nofretete.

Eine in Japan entdeckte Mumie sieht aus wie eine Meerjungfrau.

Sehen Sie im Video: Diese Mumie soll vor 300 Jahren aus dem pazifischem Ozean gefischt worden sein. Jetzt wollen Forscher die Kreatur, die wie eine Meerjungfrau aussieht, untersuchen.

Mehr zum Thema

Newsticker