VG-Wort Pixel

Archäologie Unfähig, sexbesessen und grausam: Grab von Chinas Kaiser Huan entdeckt

Die Ausgabungen des Mausoleums.
Die Ausgabungen des Mausoleums.
© Picture Alliance
Seine Regierung leitete den Untergang der Han-Dynastie ein. Neben seiner Grausamkeit war Kaiser Huan für seinen Harem mit 5000 Frauen bekannt.

Bei der Ausgrabung eines Mausoleums in Luoyang, China, stießen Archäologen auf ein Siegel, das eine lang gehegte Vermutung bestätigt. Das Grab unter dem Mausoleum gehörte dem Kaiser Liu Zhi besser bekannt unter dem Namen Kaiser Huan. "Zusammen mit den früheren Dokumenten über die Lage des Kaisergrabes macht uns die Entdeckung fast sicher, dass es sich um das Grab des Kaisers Liu Zhi handelt", sagte Wang Xianqiu, vom Luoyang City Cultural Relics and Archaeology Research Institute, der die Ausgrabungen am Mausoleum leitet, gegenüber der Nachrichtenagentur Xinhua. Das Mausoleum für Liu Zh wurde von seinem Nachfolger errichtete

Das Mausoleum ist ein großer Komplex. Die antiken Quellen sagen, dass die Verwalter des Friedhofs, Wächter, niedere Konkubinen und andere Arbeiter auf dem Gelände lebten, vielleicht zusammen mit Adligen, die die Aufgabe hatten, über dem Grab des Kaisers Wache zu halten. Das Grab selbst wurde in einem unterirdischen "Palast für die Toten" angelegt.

Regierung des Kaisers

Liu Zhi regierte von 146 bis 168 n. Chr. in China. Er bestieg den Thron als Teenager und brachte seine Mitregenten um und stützte seine Macht auf eine Gruppe von Eunuchen. Die Herrschaft der Eunuchen führte zu einer Erosion der zentralen Macht, weil die adligen Höflinge sich vom Kaiser abwandten. Die Regierungszeit wurde von Aufständen und Hungersnöten überschattet. Der Kaiser reagierte auf die Probleme im Land, in dem er in regelmäßigen Abständen seine Hofbeamten töten ließ. Dazu soll er sehr rachsüchtig gewesen sein. So ließ Jahr 159 n. Chr. einen hohen Beamten hinrichten, der geholfen hatte, ihn an die Macht zu bringen. Auch der größte Teil der Familie des Beamten wurde ermordet.

Erwartungsgemäß beendeten diese drakonischen Maßnahmen nicht die Probleme des Landes. Gegen Ende eines Lebens setzte Liu Zhis Militär gegen rebellierenden Studenten und andere Aufständische ein. Neben dem Blutvergießen beherrscht die Leidenschaft für Frauen den Kaiser. Sein Harem soll über 5000 Frauen umfasst haben, eine große Belastung für die Finanzen des Reiches.

Harem ruinierte den Staat

Ein Mann namens Xun Shuang hatte den Mut, Liu Zhi zu sagen: "Ich habe gehört, dass es im kaiserlichen Harem fünf- oder sechstausend auserwählte Konkubinen gibt, dazu noch eine Schar von Dienern und Begleitern. Unschuldige Menschen werden mit der Besteuerung erschöpft, die nötig ist, um diese nutzlosen Frauen zu unterstützen: Die einfachen Leute im ganzen Reich sind in verzweifelter Armut." Ihn ließ Liu Zhi nicht umbringen, er stellte ihn als Beamten ein.

Liu Zhi starb im Alter von 36 Jahren im Jahr 168 – die Todesursache ist unbekannt. Seine chaotische Regierung führte zum Ende seiner Dynastie. Sein Nachfolger Ling sah sich immer größeren Aufständen gegenüber. Bekannt ist etwa der Bauernaufstand der Gelben Turbane, nun ging die Macht endgültig vom Kaiser auf Provinzgouverneure und Generäle über (Lesen Sie: "Unheimliche Terrakotta-Armee gibt ihre Geheimnisse preis – weitere 200 Soldaten entdeckt")

Der Chronist Sima Guang schrieb im 11. Jahrhundert: "Die ruinöse Unordnung, die die Kaiser Huan und Ling geerbt hatten, wurde durch ihre eigene dumme Tyrannei noch verschlimmert." Unter der korrupten Führung brach die Han-Dynastie im Jahr 220 zusammen. Darauf spaltete sich China in drei Staaten auf. In der folgenden Zeit der Drei Königreiche wurde unablässig Krieg geführt. Es war eine Zeit der Wirren, gilt aber auch als heroisches Zeitalter.

Quelle: Smithsonian Magazine

Lesen Sie auch:

Unheimliche Terrakotta-Armee gibt ihre Geheimnisse preis – weitere 200 Soldaten entdeckt

Grausiges Ritual: Kinder mit einer Krone aus Schädeln beigesetzt

Aus Zombie-Angst verstümmelten Engländer im Mittelalter ihre Toten

Die älteste Schlacht Europas fand in Mecklenburg-Vorpommern statt

Verdampfendes Blut und explodierende Schädel - so grausam starben die Opfer des Vesuvs


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker