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China Unheimliche Terrakotta-Armee gibt ihre Geheimnisse preis – weitere 200 Soldaten entdeckt

Tausende Soldaten bewachen den toten Kaiser.
Tausende Soldaten bewachen den toten Kaiser.
© Kurt Möbus / Picture Alliance
Chinas erster Kaiser war von okkulten Kräften besessen und glaubte an das ewige Leben. In seinem unterirdischen Palast ließ er sich von Tausenden von Soldaten bewachen. Nun wurden weitere Krieger ausgegraben und ein neuer Rang entdeckt.

Auch wenn jemand nichts von Chinas Geschichte weiß – die Armee der stummen Terrakotta-Krieger kennt jeder. Fast 2000 Jahre bewachten sie das Grab des Reichseinigers Qin Shi Huang ungestört.

Erst im Jahr 1974 stießen Bauern beim Brunnenbau auf den ersten Krieger. Unter ihren Füßen lag eine gewaltige Grabanlage, die den wirklichen Palast des Herrschers nachbildete. Heute schätzt man, dass der Kaiser von etwa 8000 Mann umgeben wurde. 2000 wurden bereits ans Licht gebracht. Weitere 200 mit einer großen Zahl an Waffen wurden nun neu freigelegt, so die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Diese Krieger stehen auf etwa 400 Quadratmeter Fläche in der ersten von vier Gruben. Von den Gruben waren aber nur drei auch mit Kriegern versehen. Da die vierte Grube leer ist, geht man davon aus, dass die Arbeiten am Mausoleum eingestellt wurden, bevor alle Pläne verwirklicht wurden. Schätzungsweise 700.000 Arbeiter arbeiteten drei Jahrzehnte lang an dem aufwendigen Grabkomplex – ein Mammutprojekt, das während der Aufstände nach dem Tod des Kaisers zum Stillstand kam.

Die Gruben konservierten die Krieger

Der Archäologe Shen Maosheng sagte der Agentur, dass die meisten der neu entdeckten Krieger in eine von zwei Positionen gebracht wurden: Entweder mit gebeugten und teilweise geballten Fäusten und Stangenwaffen, oder mit Bogen, wobei die rechten Arme locker hinabhängen. Die Figuren wurden entsprechend der militärischen Aufgaben in verschiedenen Positionen innerhalb der Grube angeordnet, Details an Rüstung und Kleidung weisen auf ihren Rang hin.

Nun wurde ein neuer militärischer Rang - genannt "niedriger als der niedrigste" - gefunden. "Die Terrakotta-Krieger im Mausoleum sind genauso aufgereiht wie echte Soldaten vor Tausenden von Jahren in der Qin-Dynastie (221 v. Chr. -206 v. Chr.), sodass Archäologen mit diesen ausgegrabenen Kriegern echte militärische Systeme der Dynastie erforschen können", sagte Liu Zheng, Mitglied der China Cultural Relics Academy, der Global Times. Hochrangige Militärs der Qin-Dynastie standen mit Schwertern in der Hand an der Front, so Lui. Auch ihr Haarschmuck sei anders als der von Untergebenen.

In Pompeji haben sich zahlreiche erotische Darstellungen aus der Antike erhalten.

Individueller Ausdruck jeder Figur

Eine Besonderheit der Terrakotta-Armee ist, dass die Figuren zwar in Serie gefertigt wurden, aber jeder einzelne Krieger eigene Züge trägt. Neben den 200 Soldaten wurden weitere Relikte gefunden, darunter 12 Tonpferde, die Überreste zweier Streitwagen, Schilde, Bronzeschwerter, Bögen und in Kisten gelagerte Waffen. Es wurde auch die goldene Figur eines Kamels gefunden.

Im vergangenen Jahr haben Forscher um Marcos Martinon-Torres von der Universität Cambridge herausgefunden, dass die Waffen und Ausrüstungsgegenstände aufgrund der natürlichen Bedingungen in den Gruben so gut erhalten sind. Davor hatte man angenommen, dass sie mit irgendeiner Art von Verrottungsschutz beschichtet worden sind. Leider litten die Objekte, als man sie nach 1974 aus der Umgebung entfernte. "Als die Keramikfiguren zum ersten Mal ausgegraben wurden, waren sie meist farbig, mit roten Gürteln und dunkler Rüstung, aber es fehlte uns damals an Konservierungsfähigkeiten und die Farben verblassten", so Liu Zheng. Inzwischen sind die Forscher besser vorbereitet. "Dieses Mal ermöglichen verbesserte Technologien, dass die neu gefundenen Figuren ihre lebhaften Farben behalten. Ausstellung, Ausgrabung und Konservierung des Mausoleums laufen gleichzeitig ab."

Suche nach dem ewigen Leben

Qin Shi Huang sorgte sich schon in jungen Jahren um sein Weiterleben. Mit dem Bau seines Grabes wurde begonnen, als er den Thron von Qin – einer der damaligen chinesischen Teilstaaten – bestiegen hatte. Er war damals erst 13 Jahre alt. Qin Shi Huang eroberte die anderen Teilstaaten und gilt daher als erster Reichseiniger. Seine Reformen in Verwaltung, der Sprache und bei Maßen und Gewichten prägten das chinesische Kaiserreich. Er gilt auch als Gründer der Chinesischen Mauer, die ihren Ursprung in seinen Befestigungsanlagen hatte.

Qin Shi Huang war ein rationaler Machtmensch, hatte aber auch ein enormes Interesse am Okkulten. Vor allem am ewigen Leben. Auf "kaiserlichen Inspektionsreisen" versuchte er Magier oder Alchemisten zu finden, die ihm ein Lebenselixier brauen sollten. In diesem Zusammenhang muss man auch das einzigartige Mausoleum sehen.

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