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Haushaltshelfer: Bitte nicht töten! Warum Sie sich über diesen Besuch in der Wohnung freuen sollten

Sie lauern in Ecken, an Fensterrahmen und hinter Vorhängen: Zitterspinnen. Oft werden sie mit Weberknechten verwechselt. Unglaublich nützlich sind beide.

Zitterspinne

Zitterspinnen halten sich bevorzugt in Wohnräumen auf - und sind nützliche Helfer

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Lange dünne Beine und ein stecknadelförmiger Körper: Der Anblick eines Weberknechts lässt viele Menschen erschaudern. Die dünnen Insekten gehören zwar zu den Spinnentieren, besitzen aber einige Besonderheiten, die sie von echten Spinnen unterscheiden. So ist der Vorder- und Hinterkörper eines Weberknechts miteinander verwachsen, während Spinnen immer einen zweigeteilten Körper haben. Außerdem haben männliche Weberknechte im Gegensatz zu echten Spinnen einen Penis.

Weberknechte werden häufig mit den ebenfalls langbeinigen Zitterspinnen verwechselt. Tatsächlich lassen sich beide Arten aber leicht voneinander unterscheiden: Zitterspinnen haben einen zweigeteilten Körper und bauen im Gegensatz zu Weberknechten Netze. Außerdem leben Zitterspinnen bevorzugt in Wohnräumen, während der "Schuster" eher in der Natur anzutreffen ist und sich nur selten in Häuser verirrt. 

Zitterspinnen verdanken ihren Namen einer besonderen Überlebensstrategie: Wird die Spinne gestört, beginnt sie, in ihrem Netz hin- und herzuschwingen. Das soll Fressfeinde irritieren und sie davon abhalten, die Spinne zu fressen.

Weberknecht

Ein runder, einheitlicher Körper und lange Beine: Weberknechte sind oft im Garten anzutreffen. Anders als Spinnen bauen sie keine Netze.

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Weberknechte sind die Müllabfuhr der Natur

Obwohl beide Arten absolut ungefährlich sind, greifen viele Menschen bei ihrem Anblick zum Staubsauger. Das bedeutet oft den Tod für die filigranen Krabbler. Dabei sind sie unheimlich praktisch: Weberknechte ernähren sich etwa von toten Insekten und sind damit eine Art Müllabführ. Auch Zitterspinnen sind praktische Haushaltshelfer: In ihren Netzen verfangen sich lästige Stechmücken, Schädlinge und anderes Krabbeltier.

"Die Spinnen sind nicht hinter Ihnen her und ziehen es vor, den Menschen zu meiden", schreibt der Insektenkundler Matt Bertone in der "Washington Post". "Töten Sie die Spinne in Ihrem Zuhause nicht. Sie wird Sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht beißen und ist gut für die Umwelt. Es ist okay, Spinnen in seinem Zuhause zu haben. Es ist sogar vollkommen normal." 

Wer sich vor dem Anblick der achtbeinigen Insekten ekelt, sollte eine andere Person damit beauftragen, die Spinne einzufangen und ins Freie zu tragen. Es kann aber vorkommen, dass die Tiere dabei ein Bein verlieren. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Schutzmechanismus. "Viele Weberknechte besitzen an ihren Beinen eine Sollbruchstelle und werfen bei Gefahr schnell mal ein Bein ab, um dadurch einem möglichen Fressfeind zu entkommen", schreibt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Eine weitere, besondere Eigenschaft dieser faszinierenden Tiere.

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ikr
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