Das Weltwirtschaftsforum in Davos steht im Zeichen der angespannten politischen Lage. Donald Trump reist mit einer riesigen Delegation an – alles Wichtige im stern-Newsblog.
Die Welt blickt nach Davos. Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum, das vom 19. bis zum 23. Januar stattfindet, stehen die Grönland-Krise und die angedrohten Zölle gegen europäische Staaten im Mittelpunkt. Wichtigster Gast: Donald Trump.
Der US-Präsident reist mit einer riesigen Delegation an – ein Zeichen dafür, welche Bedeutung das Treffen auch für die USA hat. Die bange Frage der Europäer lautet: Wird Trump seinen aggressiven Grönland-Kurs fortfahren oder zeigt er Gesprächsbereitschaft?
Die wichtigsten Entwicklungen im stern-Newsblog:
Leonie Scheuble
Zweiter Versuch: Trump ist nun an Bord eines Ersatzfliegers wieder in der Luft und auf dem Weg nach Davos. Seine verzögerte Ankunft droht den engen Zeitplan auf dem Weltwirtschaftsforum gehörig durcheinanderzuwirbeln – und das, noch bevor der US-Präsident einen Fuß auf Schweizer Boden gesetzt hat.
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Leonie Scheuble
Na, das geht ja schon mal gut los. Wegen eines "kleinen elektrischen Problems" an Bord der Air Force One, muss die Maschine samt US-Präsident im Gepäck wieder umkehren. Der Plan ist nun mit einem Ersatzflieger vom Regierungsflughafen Joint Base Andrews aus Richtung Schweiz zu starten. Trumps Ankunft in Davos dürfte sich aber in jedem Fall verzögern.
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Leonie Scheuble
Guten Morgen aus Washington,
Donald Trump ist auf dem Weg nach Davos. "Das wird eine interessante Reise", sagt er kurz vorm Einstieg in die Air Force One. "Ich habe keine Ahnung, was passieren wird."
Donald Trump ist auf dem Weg nach Davos. "Das wird eine interessante Reise", sagt er kurz vorm Einstieg in die Air Force One. "Ich habe keine Ahnung, was passieren wird."
Evan Vucci / AP
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Stefan Düsterhöft

Baerbock: Es gibt schon eine Organisation für den Frieden
Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Vollversammlung, hält eine neue Organisation zur Sicherung des Friedens auf der Welt für unnötig. Es gebe ja bereits "eine internationale Organisation, deren zentrale Aufgabe und Ziel es ist, den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren", sagte sie am Rande des Weltwirtschaftsforums. "Das sind die Vereinten Nationen, in denen aus sehr, sehr gutem Grund alle Staaten der Welt unabhängig von ihrer Größe, ihrer wirtschaftlichen oder militärischen Stärke einen Sitz und eine Stimme haben."
Kritiker werfen US-Präsident Donald Trump vor, mit seinem "Friedensrat" eine Alternative zur UN aufbauen zu wollen, die sich um Krisen und Konflikte weltweit kümmern soll. Baerbock sagte, der UN-Sicherheitsrat habe den "Friedensrat" mit einer klar umrissenen, übergangsweisen Aufgabe in Bezug auf Gaza mandatiert. Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gelten als völkerrechtlich bindend.
Im Übrigen sei die UN-Charta auch kein "nice to have", sondern existenziell für Frieden, Sicherheit und Wohlstand. Baerbock: "Die absolut überwiegende Zahl der Staaten weiß, dass die internationale Friedensordnung ihre Lebensversicherung ist und es auch für den Erfolg ihrer Wirtschaft und Entwicklung globale Regeln braucht." Und weiter: "Wenn jetzt einige Staaten versuchen, das Recht des Stärkeren durchzusetzen, muss diese regionsübergreifende Allianz - bei allen Unterschieden, die man sonst hat - schon rein aus Selbstschutz klipp und klar dagegen halten und die internationale regelbasierte Ordnung verteidigen."
Trump plant morgen in Davos eine Ankündigung zum "Friedensrat".
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Stefan Düsterhöft

Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump lässt Amazon-Chef Andy Jassy zufolge die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten allmählich steigen. Der weltgrößte Online-Händler und die auf der Plattform aktiven Händler hätten im vergangenen Jahr zwar erhebliche Warenbestände aufgebaut, bevor die Zölle in Kraft traten, sagte Jassy dem TV-Sender CNBC beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Diese Reserven seien jedoch im Herbst ausgegangen. Damit "kriechen" die Zölle nun auch in die Preise einiger Waren, wie er es formulierte.
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Thomas Krause
Trump zeigt sich zuversichtlich, dass im Streit um Grönland mit europäischen Nato-Partnern eine Einigung erzeilt werden kann. "Ich denke, wir werden eine Lösung finden, mit der die Nato sehr zufrieden sein wird und mit der auch wir sehr zufrieden sein werden", sagt er in Washington. "Aber wir brauchen das aus Sicherheitsgründen. Wir brauchen es für die nationale Sicherheit und sogar für die weltweite Sicherheit. Das ist sehr wichtig." Weiter erklärt er, wenn die USA nicht Mitglied der Nato seien, sei das westliche Militärbündnis nicht sehr stark.
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Christine Leitner
„"Wir nehmen die Welt aktiv so wahr, wie sie ist, und warten nicht auf eine Welt, wie wir sie uns wünschen."“Kanadas Premier Mark Carney
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Christine Leitner
Kanadas Premierminister Mark Carney teilt in seiner Rede gegen die USA aus. "Wenn Großmächte selbst den Anschein von Regeln und Werten aufgeben, um ihre Macht und Interessen ungehindert zu verfolgen, wird es schwieriger werden, die Vorteile des Transaktionalismus zu reproduzieren", sagt er in Davos. Carney spielt damit auf Kanadas Strategie an, mit der das Land mit "Großmächten" umgeht, die Regeln aufgeben, um "ihre Macht und Interessen ungehindert zu verfolgen".
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Christine Leitner
Soeben hat der US-Finanzminister Scott Bessent in Davos gesprochen und die Europäer vor Vergeltungsmaßnahmen gewarnt.
„Ich sage allen: Lehnen Sie sich zurück. Atmen Sie tief durch. Üben Sie keine Vergeltung.“US-Finanzminister Scott Bessent
Er fordert die Europäer zu einer "offenen Haltung" auf. US-Präsident Donald Trump werde am Mittwoch in Davos erwartet und "seine Botschaft übermitteln". Man darf gespannt sein.
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Christine Leitner
Meine Kollegin Nele Spandick ist übrigens beim WEF, um für Sie aus Davos zu berichten. Die Trump-Delegation, so berichtet sie, sei in einer Freien Evangelischen Kirche untergebracht. Bemerkenswert ist das Zitat, das am Eingang prangt. Vielleicht dämpft es die Fantasien mancher Politiker vor Ort ...
An diesem Bibelzitat dürfte die US-Delegation in Davos dieser Tage häufiger vorbeilaufen. Nele Spandick / stern
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Christine Leitner
„Europa verfügt heute über sehr wirksame Instrumente, und wir müssen sie einsetzen, wenn wir nicht respektiert werden und wenn übrigens das gesamte Spiel nicht respektiert wird.“Emmanuel Macron
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Christine Leitner
In seiner Rede pocht Macron übrigens erneut auf die europäische "Handels-Bazooka". Mit dem Gesetz kann die EU weitere Ein- und Ausfuhrbeschränkungen verhängen, US-Unternehmen von öffentlichen Ausschreibungen ausschließen oder Vertriebsrechte für Patente zurückrufen. Betroffen wären auch US-Digitalkonzerne. Hintergrund sind Trumps Zolldrohungen gegen die europäischen Partner, die sich gegen eine US-Übernahme Grönlands stellen.
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Tim Schulze
Warum trägt der französische Präsident eigentlich eine markante Pilotenbrille? Ganz einfach: Sein rechtes Auge ist derzeit rot und geschwollen. Macron sprach das Thema vor wenigen Tagen während eines Auftritts selbst an: "Bitte entschuldigen Sie das unansehnliche Aussehen meines Auges.“ Sorgen um ihn müsse sich niemand machen. "Es ist natürlich etwas völlig Harmloses.“ Ob es sich um eine Entzündung handelt oder eine andere Erkrankung, gibt er bislang nicht preis.
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Tim Schulze
Davos ist die große Bühne und da braucht es große Worte. Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sieht gar die "Zukunft der Weltordnung" in dem Schweizer Skiort auf dem Spiel. Angesichts des Konflikts um Grönland fordert er die Europäer auf, eine härtere Gangart gegenüber Trump einzuschlagen. "Die Zeit für Schmeicheleien ist vorbei", sagt Rasmussen. Europa müsse stattdessen "Kraft, Stärke und Einheit" demonstrieren. Das sei das einzige, was Trump respektiere.
Bei dem aktuellen Konflikt handele es sich "nicht nur um eine Krise für die Nato", sondern um eine Krise "für die transatlantische Gemeinschaft allgemein."
Bei dem aktuellen Konflikt handele es sich "nicht nur um eine Krise für die Nato", sondern um eine Krise "für die transatlantische Gemeinschaft allgemein."
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Tim Schulze
Deftige Worte des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom. Der Demokrat und lauteste Kritiker von Donald Trump geht auf Europas Staats- und Regierungschefs wegen der aus seiner Sicht unterwürfigen Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump los. "Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben", sagt er in Davos im Hinblick auf europäische Politiker.
Er fügt hinzu: "Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker." Trump mit Ehrungen zu überhäufen, sei "erbärmlich", wettert der demokratische US-Politiker. Es sei an der Zeit, Haltung zu zeigen, fordert er. "Es ist Zeit, ernst zu machen und mit der Komplizenschaft Schluss zu machen. Es ist Zeit, aufzustehen, standhaft zu sein und Rückgrat zu zeigen."
Er fügt hinzu: "Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker." Trump mit Ehrungen zu überhäufen, sei "erbärmlich", wettert der demokratische US-Politiker. Es sei an der Zeit, Haltung zu zeigen, fordert er. "Es ist Zeit, ernst zu machen und mit der Komplizenschaft Schluss zu machen. Es ist Zeit, aufzustehen, standhaft zu sein und Rückgrat zu zeigen."
Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom. Markus Schreiber/DPA
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DPA · AFP · Reuters