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Israel: Atomspion darf Land nicht verlassen

18 Jahre saß Atomspion Mordechai Vanunu in israelischer Haft. Sein Wunsch, das Land verlassen zu dürfen, wurde ihm nun vom Obersten israelischen Gerichtshof verwehrt: Der Mann sei immer noch ein Sicherheitsrisiko.

Der nach 18-jähriger Haft freigekommene israelische Atomexperte Mordechai Vanunu ist vor einem Gericht damit gescheitert, sein Land verlassen zu dürfen.

"Das ist ein trauriger und beschämender Tag"

Der Oberste israelische Gerichtshof erklärte, der 49-Jährige sei weiter ein Sicherheitsrisiko. "Das ist ein trauriger und beschämender Tag", sagte Vanunu. Es gebe keine Geheimnisse mehr, die er über das Nuklearzentrum Dimona preisgeben könne. Israel hatte Vanunu im April unter der Auflage aus der Haft entlassen, dass er mindestens ein Jahr das Land nicht verlassen darf und keinen Kontakt zu Ausländern aufnimmt. Vanunu hatte in einem Exklusivinterview der "Sunday Times" Fotos und Einzelheiten über Dimona preisgegeben. Experten zogen daraus die Schlussfolgerung, dass Israel mit bis zu 200 Atomwaffen über eines der größten atomaren Waffenarsenale weltweit verfügte.

"Ich will ins Ausland gehen und mein Leben als freier Mann neu beginnen. Wenn Israel eine Demokratie ist, sollte es mir dies erlauben", sagte Vanunu. Sicherheitskreisen zufolge befürchtet Israel, dass er Namen seiner ehemaligen Kollegen in Dimona nennen könnte. Das israelische Verteidigungsministerium hatte zudem auf ein Buch verwiesen, in das Vanunu während seiner Haftzeit technische Informationen über Dimona eingetragen hatte. Dies lege nahe, dass er mehr geheime Informationen veröffentlichen wollen, sobald er im Ausland sei, hieß es.

Keine Gefahr für die Sicherheit Israels

Vanunu hatte hingegen gesagt, für die Namen seiner Kollegen interessiere sich nach 18 Jahren niemand mehr und er wolle diese wie bisher auch nicht preisgeben. Bei seinen Bucheintragungen handele es sich um Grundwissen, das keine Gefahr für die Sicherheit Israels darstelle.

Auch nach Ablauf der Jahresfrist kann die israelische Regierung auf unbestimmte Zeit dafür sorgen, dass der Wissenschaftler weiter nicht außer Landes darf. In Israel sind seine Enthüllungen bei der Mehrheit der Bevölkerung auf Kritik gestoßen. Seine Anhänger feiern ihn hingegen als Helden der Anti-Atombewegung. Wiederholt war er für den Friedensnobelpreis nominiert worden.

Reuters / Reuters
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