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900 Infizierte nicht informiert Corona-Testpanne in Bayern - Söder: Bei knapp 100 positiven Tests keine Zuordnung möglich

Sehen Sie im Video: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärt, warum Gesundheitsministerin Melanie Huml im Amt bleibt.


Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagt zur Panne bei den Coronatests: "Wir waren Vorreiter. Aber natürlich sind Fehler passiert. Diese Fehler sind sehr bedauerlich. Sie sind jetzt, ist das System umgestellt worden, seit dieser Woche. Das heißt, es geht um Fehler der vergangenen Tage. Die müssen jetzt deutlich aufgearbeitet werden. Dazu hat das Landesamt für Gesundheit über Nacht gearbeitet, mit 400 Leuten. Polizei war noch mit dabei, die geholfen hat, um die Zahl dieser positive Fälle, um die es gegangen ist von gestern, hat sich im Vergleich von gestern auf heute noch einmal sehr, sehr verringert. Die Gesundheitsministerin wird es dann in Zahlen sagen, sodass sich die Lage da deutlich verbessert hat. Trotz alledem bleibt das hoch ärgerlich und muss auch verbessert werden. Melanie Huml hat mir den Rücktritt angeboten. Zweimal. Ich habe sie dann vor allem gefragt, ob sie sich weiter zutraut, diese Aufgabe zu erfüllen. Ob sie will und kann. Sie hat in beiden Fällen gesagt: Ja, sie will diese Scharte auswetzen. Und sie will das auch jetzt schaffen. Für mich ist klar, das ist ein Fehler und es ist kein kleiner, sondern auch ein schwerer. Aber wir haben die letzten sechs Monate in Bayern eine Menge als Corona-Team in der Staatsregierung auf den Weg gebracht. Wir haben auch viel geleistet, jeder an seiner Stelle, gerade auch Melanie Huml als Gesundheitsministerin. Ich habe weiter Vertrauen zu ihr und es gehört in diesen Zeiten dazu. Fehler passieren ja, Fehler müssen erkannt werden, sie müssen dann abgestellt werden und sie dürfen sich natürlich nicht wiederholen. Aber es gilt auch zur Führung dazu, dass man in schwierigen Zeiten, auch bei Fehlern, sich unterhakt. Das sind nicht nur einzelne Fehler. Da sind viele dabei. Deswegen ist mir wichtig, dass wir das auch weiter zusammen gestalten und sie auch die nächsten Wochen und Monate ihre Aufgabe mit großem Einsatz versehen kann." O-Ton Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin Bayern: "Es ist richtig, was der Ministerpräsident gesagt hat, dass ich angeboten habe, auch hier die Konsequenzen zu tragen, genauso wie mein Handeln immer sehr konsequent ist und wir auch hier gestern sofort gehandelt haben. Ich bin sehr dankbar, dass ich auch hier das Vertrauen weiterhin habe."
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Nach der bayerischen Corona-Testpanne mit 900 nicht über ihre Infektionen informierten Urlaubsheimkehrern wollen sich am Nachmittag Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml äußern. Die Pressekonferenz im Liveblog.

Nach der bayerischen Corona-Testpanne mit 900 nicht über ihre Infektionen informierten Urlaubsheimkehrern stehen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seine Staatsregierung massiv unter Druck.  Das bayerische Gesundheitsministerium betonte, dass die 900 positiv Getesteten bis zum Donnerstagmittag informiert werden sollten. "Es wird telefoniert, die Menschen werden informiert", sagte ein Ministeriumssprecher. Am Nachmittag wollen sich Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml zu der Panne äußern. Hieß es zunächst, beide wollten nacheinander Statements abgeben, werden sich Söder und Huml nun um 15.30 Uhr gemeinsam im Prinz-Carl-Palais in München den Fragen der Öffentlichkeit stellen, wie eine Regierungssprecherin sagte.

Verfolgen Sie die Pressekonferenz im stern-Liveblog.

Live Blog

Live-Pressekonferenz zur Corona-Panne in Bayern

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Die Pressekonferenz ist nun beendet. Hier die wichtigsten Punkte:

    - Söder nennt die Panne "hochärgerlich" und kündigt an, dass man mit Umstellungen darauf reagieren werde. Unter anderem soll das für die Tests zuständige Personal aufgestockt werden.
    - Gesundheitsministerin Melanie Huml hat ihren Rücktritt angeboten, Söder will sie aber im Amt belassen. Er vertraue ihr weiter.
    - Man könne bisher 908 Ergebnisse zuordnen, die Betroffenen seien informiert bzw. würden demnächst informiert, so Huml.
    - Huml erklärte, dass es rund 150 Tests gibt, die bislang nur in Teilen zugeordnet werden konnten. Es sei ein "laufender Prozess".

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Dass Söder weiter an Huml festhält, begründet dieser auch damit, dass ihm Huml ein überzeugendes Konzept vorgelegt habe, was sie anders und besser machen will. Huml im Amt zu lassen sei eine "fachliche, aber auch menschliche Entscheidung" gewesen, so Söder. Dennoch habe er die Ministerin dazu überreden müssen, nicht zurückzutreten.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Zu der Kritik von Seiten der Opposition sagte Söder: "Ich habe nicht gehört, was man hätte besser machen können. (...) Ich tu' mich schwer, die einzelnen Forderungen in ein vernünftiges Konzept zu bringen."

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Söder warnt vor einem neuerlichen explosionsartigen Anstieg der Infektionen. "Die Situation ist nicht unähnlich wie im März", sagte Söder. Es gebe in vielen Regionen eine Zunahme der Infektionen und europaweit eine wachsende Zahl von Risikogebieten. "Die Sorge ist mehr als berechtigt."

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Danach befragt, ob man schon sagen könne, aus welchen Ländern oder Risikogebieten die Infizierten kamen, erklärt Huml, dass nur manche der Getesteten ihr Urlaubsland auch angegeben hätten. Es sei daher schwierig, diesbezüglich "eine qualitative Aussage zu treffen". Bei den nun anstehenden Telefonate wolle man dieser Frage aber konkreter nachgehen, so Huml.

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Auf Nachfrage eines Journalisten erklärt Huml, dass es rund 150 Tests gibt, die bislang nur in Teilen zugeordnet werden konnten. Auch Huml betont erneut, dass es sich um einen "laufenden Prozess" handele.

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Söder zeigt sich davon überzeugt, dass "solche Fehler nicht wieder passieren", unter anderem auch, weil man das Controlling ausbauen und verbessern will.

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Im Nachgang korrigiert Söder seine Aussage zur Herkunft der Infizierten. Demnach befinden sich nach derzeitigem Stand doch auch Menschen aus dem Freistaat unter den positiv Getesteten.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Die Grundentscheidungen, die das Land Bayern getroffen habe, "testen, testen, testen", sei die richtige, so Söder. Die Umsetzung habe nicht so funktioniert, wie es sollte. Der eigentliche Fehler sei, dass man das Problem zu spät übermittelt habe.

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Laut Söder befinden sich unter den positiv Getesteten keine Bürger aus Bayern. Bei den Infizierten handele es sich ausschließlich um Personen, die sich auf der Durchreise befunden hätten, so Söder.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Huml sagte, dass die Datensätze immer noch abgeglichen würden. Ministerpräsident Söder sagte, dass man sich nun enger mit dem Innenministerium verzahnen wolle. "Unser Ziel muss sein, so viel Kapazitäten wie möglich zu schaffen", so Söder.

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Die Panne sei etwas, das "nicht hätte passieren dürfen", so Huml. Das bedauere man und auch sie persönlich sehr. Man könne sich für die nun bestehende Unsicherheit bei vielen nur entschuldigen.

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Huml bestätigt, dass sie Söder ihren Rücktritt angeboten habe. Sie sei sehr dankbar, weiter das Vertrauen des Ministerpräsidenten zu haben.

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Man habe sich zunächst darauf fokussiert, die positiven Befunde herauszusuchen. Dennoch werde man natürlcih auch die menschen mit negativem Testergebnis baldmöglichst informieren.

  • Moritz Dickentmann
    • Moritz Dickentmann

    Rund 100 Testergebnis habe man noch nicht zuordnen können, zudem soll ein weiterer Datenabgleich erfolgen, so Huml weiter.

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