Elbflut Norddeutschland wappnet sich gegen Rekord-Hochwasser


Die Hochwasserlage in Norddeutschland verschärft sich, in einigen Teilen könnten die Pegelstände von 2002 übertroffen werden. Vor allem die durchweiten Deiche bereiten den Menschen Sorgen.

In Teilen Norddeutschlands müssen sich die Menschen entlang der Elbe auf ein neues Rekord- Hochwasser einstellen. Prognosen zufolge sollen die Höchststände vielerorts über denen der Jahrhundertflut 2002 liegen. Die Elbe hat bereits Teile von Hitzacker (Kreis Lüchow-Dannenberg) überflutet. Nach Angaben des Samtgemeindebürgermeisters Jochen Langen-Deichmann wurde am Morgen ein Pegelstand von 7,42 Meter gemessen. "Drei Viertel der Altstadt stehen bereits unter Wasser", sagte Langen-Deichmann am Freitag. Auch in der Nacht zum Freitag stieg das Wasser der Elbe in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern weiter an, wie der Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg am frühen Morgen mitteilte. In Sachsen und Sachsen-Anhalt gingen die Werte dagegen weiter leicht zurück.

Die Menschen in Hitzacker versuchen zurzeit, sich und ihre Häuser mit Sandsäcken vor den Fluten zu schützen. Da immer wieder der Strom abgestellt wird, hat das Technische Hilfswerk eine Notstromversorgung sichergestellt.

Auch die Menschen im Landkreis Lüneburg kämpfen gegen die Fluten. Bei Neu Darchau unweit der Gemeinde Amt Neuhaus erreichte das Wasser am Morgen einen Pegelstand von 7,16 Meter, teilte Landkreissprecher Ulrich Mentz mit. "Es besteht die Gefahr, dass das Hochwasser mindestens zwei Wochen lang anhalten wird und dass dadurch die Deiche durchweichen", befürchtet Mentz.

Deiche bis Ostern belastet

Trotz langsam sinkender Wasserstände der Elbe ist die Lage an zahlreichen Deichanlagen in Sachsen-Anhalt weiter sehr ernst. Kritischster Punkt ist nach Angaben des Katastrophenstabs Wittenberg vom Freitag das Gebiet Prettin. Hier soll der Katastrophenalarm mindestens bis Sonntag aufrechterhalten werden. Die Deiche haben zahlreiche Sickerstellen.

In den sächsischen Elbe- Regionen entspannt sich die Hochwasserlage dagegen weiter. Am frühen Freitagmorgen ist in Dresden die Elbbrücke "Blaues Wunder" wieder für den Verkehr freigegeben worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Vielerorts begannen die Aufräumarbeiten. Der Druck auf die Deiche wird noch bis Ostern anhalten.

DPA DPA

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