HOME

Kommentar: Mitleid lernt man nicht im Gefängnis

Einige Politiker wollen das Jugendstrafrecht verschärfen. Aber helfen höhere Strafen für Jugendliche oder sogar geschlossene Erziehungslager wirklich weiter? Nein, denn was den Tätern fehlt, lernen sie sicher nicht hinter Gittern.

Von Martin Knobbe

Es ist ein altbekanntes Phänomen: Nachdem in München zwei Jugendliche einen pensionierten Schulleiter brutal zusammen geschlagen hatten, häuften sich derartige Fälle. Zumindest auf den Zeitungs- und Webseiten. Ein 29-jähriger wird von zwei Minderjährigen mit einer Flasche niedergeschlagen. Kurze Zeit später dreschen Jugendliche zwei 45-Jährige Männer blutig. Alles in München. Alles in wenigen Tagen. Immer öfter, immer schlimmer, immer brutaler. Das ist die Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Und es ist die Grundlage für eine erhitzte politische Debatte um erhöhte Strafen, Erziehungslager und Abschiebung von jugendlichen Ausländern.

Mit der Realität hat das wenig zu tun

Die Kriminalität unter Jugendlichen geht seit Jahren zurück, das belegt die Polizeiliche Kriminalstatistik. Die Taten werden von immer weniger Tätern verübt. Nur beim Delikt der Körperverletzung gab es zuletzt einen Anstieg. Experten streiten allerdings darüber, ob dies nur darauf zurückzuführen ist, dass immer mehr Opfer die Taten bei der Polizei auch anzeigen. Von einem Verfall der Jugend jedenfalls kann keine Rede sein. Der Vorfall in München allerdings hat eines bewirkt: Er hat der alltäglichen Gewalt ein Gesicht gegeben. Er hat offenbart, mit welcher gefühllosen Brutalität manch Minderjähriger losschlägt. Auf Menschen, die er gar nicht kennt.

In der Qualität mancher Taten hat sich durchaus etwas geändert. Die Hemmung, jemanden zu treten, der schon am Boden liegt, spüren einige Jugendliche nicht mehr. Auch den Kopf zu malträtieren, ist heute kein Tabu mehr. Manch jugendlicher Schläger kennt offenbar die einfachsten Regeln des zivilisatorischen Umgangs nicht mehr. Forscher haben festgestellt, dass die Fähigkeit Mitleid zu haben, bei vielen Jugendlichen so gut wie nicht mehr vorhanden ist.

Gefängnis hilft weder den Tätern noch der öffentlichen Sicherheit

Mitleid zu haben lernt man nicht im Gefängnis. Deshalb ist die Forderung nach einem größeren Strafrahmen für jugendliche Gewalttäter genauso unsinnig wie die nach Einführung des Erwachsenenstrafrechts für Heranwachsende ab 18 Jahren. Die Rückfallquote nach einem Gefängnisaufenthalt liegt bei Jugendlichen bei 80 Prozent. Gefängnis hilft weder den jungen Tätern, noch der öffentlichen Sicherheit.

Auch geschlossene Erziehungslager, wie sie Unionspolitiker jetzt fordern, dürften - wenn überhaupt - nur kurzfristige Erfolge haben. "Geschlossene Unterbringung", sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer aus Hannover, "kann in extremen Krisenfällen sinnvoll sein, um einen Jugendlichen von seinem aufgeregten Lebensstil herunter zu holen. Langfristig müssen aber andere Methoden her." Es gibt genügend: Pflegefamilien oder pädagogische Wohngemeinschaften für problematische Jugendliche, individuelle Maßnahmen, auch im Ausland. Noch scheuen sich viele Richter, solche Maßnahmen zu verordnen, weil sie das Recht der Eltern höher schätzen als das Recht der Kinder. Und oft werden die Maßnahmen verhängt, wenn der Jugendliche viel zu alt dafür ist.

Es wäre schön, wenn das Problem so schnell zu lösen wäre, wie es die Politik in diesen Tagen suggeriert: Mit einer Reform des Jugendstrafrechts und der Einrichtung einiger "Bootcamps". In Wahrheit muss man früh beginnen. Gewaltverhalten hängt mit Bildung zusammen, darüber lässt die Forschung keinen Zweifel. Auch die Fähigkeit, Mitleid zu haben, entwickelt sich im frühen Kindesalter. Deshalb müssen Maßnahmen gegen Gewalt in Kindergarten und Schule ansetzen. Das ist keine neue Erkenntnis. Aber die einzige, die Erfolg verspricht.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(