Reaktion auf Kritik Beck nennt anonyme Kritiker Feiglinge


Knapp eine Woche nach dem Machtwort von SPD-Chef Kurt Beck hat sich Vizekanzler Franz Müntefering demonstrativ hinter den Parteivorsitzenden gestellt. "Kurt Beck ist der Spielführer", sagte Müntefering. Der schimpfte seine parteiinternen Kritiker Feiglinge.

Müntefering sagte der "Bild am Sonntag", es sei normal, dass sie in unterschiedlichen Funktionen Akzente setzten. Im "Sinne der gemeinsamen Sache" führten sie unterschiedliche Positionen aber zusammen. "Wir spielen in einem Team, in die gleiche Richtung, jeder an seinem Platz.

Müntefering: Keine Meinungsverschiedenheiten mit Beck

Beck erneuerte im einem Interview des "Spiegels" seine Schelte an parteiinternen Kritikern. Er respektiere Leute, die sich mit ihrem Namen in die Zeitung trauen. Aber dieses anonyme Lästern ist eine Untugend". Namenlose Lästerer seien Feiglinge. Ähnlich hatte er sich zu Wochenbeginn im Parteirat der SPD geäußert. Müntefering bestritt in dem vorab veröffentlichten Interview, dass es zwischen ihm und Beck Meinungsverschiedenheiten etwa hinsichtlich eines neuen NPD-Verbotes oder der nächsten Rentenerhöhung gebe. Sie seien sich "immer völlig einig" gewesen in der Forderung nach einem neuen Verbotsverfahren. Sie wollten allerdings eine gewisse Sicherheit, dass es nicht wieder scheitern werde.

Eine Rentenerhöhung 2008 hänge von der Lohnentwicklung in diesem Jahr ab. Da könne man heute noch nichts versprechen, sagte Müntefering. "Da kann man nur hoffen, es sich wünschen. Das tun wir beide." Beck hatte im August erklärt, es gebe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es in den kommenden Jahren wieder zu ordentlichen Rentenanpassungen kommen könnte. Müntefering hatte darauf hin vor überzogenen Hoffnungen auf baldige Rentensteigerungen gewarnt und erklärt, Beck habe sich auf Einschätzungen von Experten bezogen. Müntefering schloss in der "Bild am Sonntag" "hundertprozentig" aus, dass er 2009 als Kanzlerkandidat der SPD antreten werde. Er lobte Beck als erfolgreichen Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten. "Er hat mehr Geduld als die meisten von uns. Er hat hohe Qualitäten als einer, der verschiedene Meinungen und Strömungen sammelt und daraus Richtung und Führung entwickelt".

AP AP

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