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Corona-Auswirkungen Kein Tourismus, keine Jobs: Auf Mallorca steigt die Armut

Mallorca – die Urlauber bleiben aus
Leerer Strand auf Mallorca – Urlauber bleiben derzeit aus (Symbolbild)
© Getty Images
Aufgrund der Pandemie leidet die Lieblingsinsel der Deutschen an Urlauber-Mangel. Der Tourismus auf Mallorca macht normalerweise Zweidrittel der Wirtschaftsleistung aus. Die Folge: Armutsgefahr

Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de

Diese Zahl schockt! Auf Mallorca lebt jeder Dritte mittlerweile in Armut. Die Baleareninsel lebt vom Tourismus – aber der ist während der Corona-Pandemie fast zum Erliegen gekommen. Die deutsche Auswanderin Heimke Mansfeld hat die Initiative HOPE Mallorca gegründet und versorgt Bedürftige mit Lebensmitteln. 

Eigentlich macht der Tourismus auf Mallorca Zweidrittel der Wirtschaftsleistung aus. Doch wegen Corona und der damit verbundenen Reisewarnungen für die Balearen stehen viele vor dem Ruin. Zimmermädchen, Kellner, Reiseführer: Sie alle leiden unter den Reisebeschränkungen. Hilfen kommen angeblich nicht bei allen an.

Nachbarn und Freunde müssen helfen

Eine der Bedürftigen ist Vanessa Priego. Sie holt sich häufig Lebensmittel bei Heimke Mansfeld ab. "Ich habe das Problem, dass die meine Wohnung räumen wollen, weil ich die Miete nicht mehr bezahlen kann, weil ich nichts mehr verdiene." Dank HOPE Mallorca habe sie etwas zu essen. "In den letzten Monaten musste ich bei Nachbarn und Freunden um Hilfe bitte."

Heimke Mansfeld bemüht sich, den Menschen zu helfen – auch über die Lebensmittelausgabe hinaus. Vanessa Priego etwa hat sie eine gebrauchte Waschmaschine vermittelt. "Kann man sich sehr gut vorstellen, wenn man hier sonst Urlaub gemacht hat, dann sind die Leute vom Tourismus abhängig. Der findet im Moment gar nicht statt", sagt Mansfeld. "Auch hier waren Hotels und Bars geschlossen, die jetzt erst wieder nach und nach eröffnen dürfen. Aber kein Tourismus kommt."

Auswärtiges Amt sieht Mallorca weiterhin als Risikogebiet

Mehrere Hotelketten haben angekündigt, bereits Ende März – also vor Ostern – zu öffnen. Und auch der Ferienflieger Tuifly wird Ende des Monats die Insel wieder anfliegen. Allerdings stuft das Auswärtige Amt die Balearen weiterhin als Risikogebiet ein. Auf der Website heißt es: "Auf den Balearen gilt die Testpflicht für Einreisen aus einem Risikogebiet aus dem Ausland grundsätzlich auch für Einreisen vom spanischen Festland."

Eine Kellnerin mit langen schwarzen Haaren und klassischem schwarz-weißem Outfit trägt mit links ein rundes Tablett

In Deutschland wird derweil diskutiert, ob Osterurlaub im eigenen Land möglich ist. Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU), der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, sagte im ARD-Morgenmagazin mit Blick auf den nächsten Bund-Länder-Gipfel am 22. März: "Wir müssen einfach noch mal vorsichtig sein, um dann nach dem 22. in den Urlaub gehen zu können vielleicht. Das ist wichtig, auch für Ostern oder Pfingsten. Ich bin jetzt ein Stück weit optimistisch, weil wir in den nächsten Tagen Schritt für Schritt öffnen." Die Gastronomie und die Tourismusbranche seien vorbereitet und die neue Teststrategie der Bundesregierung eine gute Grundlage für Öffnungen in diesen Bereichen. Wie genau der Tourismus aber wieder in Schwung kommen soll, sagte er nicht.

RTL.de

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