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Cayman Islands US-Studentin zu vier Monaten Haft verurteilt, weil sie gegen Corona-Regeln verstieß

Die Flagge der Cayman Islands
Die Flagge der Cayman Islands
© Daniel Gammert / Picture Alliance
Eigentlich hatte sich die 18-jährige Studentin Skylar Mack auf ihre Semesterferien gefreut. Sie besuchte ihren Freund Vanjae Ramgeet auf den Cayman Islands. Doch weil sie dort gegen die Corona-Regeln verstieß, wurde sie nun zu vier Monaten Haft verurteilt.

Skylar Macks Albtraum begann Ende November. Die 18-jährige hatte zum ersten Mal Semesterferien. Keine Prüfungen, keine Vorlesungen. Die junge Studentin wollte die freie Zeit nutzen. Sie flog zu ihrem Freund Vanjae Ramgeet auf die Cayman Islands, um ihn bei der nationalen Jet-Ski-Meisterschaft anzufeuern.

Als sie am Freitag, dem 27. November, ankam, gab es nur ein Problem: Der Wettbewerb ihres Freundes fand am Sonntag statt. Und gemäß den Gesetzen des Landes musste sie sich 14 Tage in Quarantäne begeben. Doch Mack wollte ihren Freund unbedingt unterstützen. Also verließ sie das Haus und sah, wie ihr Freund den Jet-Ski-Wettbewerb gewann. Allerdings blieb ihr Verstoß nicht unbemerkt.

Cayman Islands: vier Monate Haft wegen Quarantäneverletzung

Als der Veranstalter davon Wind bekam, dass Mack gegen die Quarantäneregeln verstoßen hatte, rief er die Polizei. In der Folge wurde die 18-Jährige angeklagt. Sie bekannte sich schuldig und wurde zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer Geldstrafe von 2.600 Cayman Islands-Dollar (umgerechnet 2550 Euro) verurteilt.

Doch der Staatsanwalt fand die Strafe "zu milde". Er legte Berufung ein – mit Erfolg. In der vergangenen Woche wurde Macks Strafe erhöht. Ein Gericht verurteilte sie zu vier Monaten Gefängnis. "Dies war ein offensichtlicher Verstoß, wie man es sich dreister kaum vorstellen kann", sagte der Richter während der Verurteilung laut "Cayman Compass", einer Nachrichten-Website auf den Cayman Islands. Gegen das Urteil legte wiederum Macks Anwalt Berufung ein. Am Dienstag entscheidet nun ein Berufungsgericht endgültig.

Macks Familie bittet Donald Trump um Hilfe

Die Cayman Islands hatten seit Beginn der Pandemie 311 bestätigte Corona-Fälle. Ende November verhängte die Regierung des Britischen Überseegebiets noch einmal strengere Strafen. Ziel ist es, die Bevölkerung abzuschrecken und so zur Vorsicht zu animieren – und dadurch die Gesamtzahl der Ansteckungen niedrig zu halten. Mack ist die Erste, die seit Einführung der neuen Strafen verurteilt wurde.

Die Familie der jungen Studentin bat nun sogar Donald Trump um Hilfe. Am Dienstag teilte ein Sprecher des Außenministeriums "Buzzfeed News" mit, dass Beamte "über Berichte über die Inhaftierung eines US-Bürgers auf den Kaimaninseln informiert sind".

Quellen: "New York Times" / "Buzzfeed News" / "Cayman Compass"

rpw

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