HOME

Provision für bessere Plazierung: Wie HRS und Co. die Hotel-Rankings manipulieren

Hotelportale machen das Buchen im Netz einfacher. Doch die Rankings von HRS und Hotel.de sind offenbar manipuliert. Hotels können sich durch zusätzliche Provisionen in der Rangliste nach oben schieben - eine illegale Praktik.

HRS manipuliert Hotel-Ranking

HRS soll Hotel-Rankings manipuliert haben.

Wer ein Hotelzimmer buchen will, findet bei Hotelportalen wie HRS oder Hotel.de eine komfortable Übersicht. Die Ausstattung, Bilder des Zimmers, zusätzliche Angebote wie Frühstück und natürlich der Preis können verglichen werden. Doch offenbar sind diese Portale nicht so nutzerfreundlich wie häufig geglaubt. Das Recherchezentrum "Correctiv" hat herausgefunden, dass sich Hotels in dem Rangliste bei HRS und Hotel.de nach oben kaufen können.

In einem konkreten Beispiel soll ein Inhaber eines Hotels nicht 14 Prozent Provision an HRS zahlen, sondern 19 Prozent - dafür würde er im Ranking nach oben rutschen. Wenn er nicht zahlt, landet er in der Liste weiter unten. Die Zimmer werden weniger oft gebucht. Ihm bleibt die Wahl: Höhere Provision zahlen oder wirtschaftliche Einbußen hinnehmen.

Unlauterer Wettbewerb bei Hotelportalen?

"Ich kann mich aus dem Mittelfeld ganz nach oben kaufen", sagt der Hotelier dem "WDR". Durch das "Hochboostern" würde das Hotel nicht mehr auf Platz 31 geführt, sondern landet direkt vorne. Das Problem: Für Verbraucher ist die Taktik nicht ersichtlich. Nicht einmal in den AGB wird darauf hingewiesen. Experten halten diese Praxis für illegal. "Eine bezahlte Platzierung muss demnach deutlich als Werbung gekennzeichnet werden", sagt Philip Scholz, Sprecher des Bundesjustizministeriums, gegenüber "Correctiv". Alles andere wäre ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Morphotel von Architekt Gianluca Santosuosso

Verbraucherschützer kritisieren HRS und Co.

Verbraucherschützer kritisieren das Boosten. "Provisionen sind ausschließlich legitim für die Vermittlung von Hotels", schreibt Miika Blinn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen an "Correctiv", "aber nicht für das Erkaufen von Bestenplätzen in der Ergebnisanzeige". Verbrauchern raten sie, die Sortierung nach eigenen Kriterien wie Entfernung zur Stadtmitte, Preis oder auch Kundenbewertung zu sortieren. 

So reagiert HRS

HRS selbst bestreitet nicht, dass es den "Ranking Booster" gibt. Im Gegenteil, er würde von Hoteliers "gut angenommen", schreibt der "WDR". "Selbstverständlich beachten die Produkte und Services von HRS das geltende Recht“", schreibt Firmensprecherin Schumacher in einer E-Mail an "Correctiv". Die Manipulationsvorwürfe weist HRS zurück. Der Eindruck, der vermittelt werde, sei falsch, zitiert "Biztravel" HRS.

Spitzenplätze im Ranking kämen durch viele Faktoren wie Ausstattung, Kundenzufriedenheit oder Angebotsvielfalt zustande. "Die Zusatzprovision sei ein optionales Marketing-Instrument für die Hotelpartner, so HRS weiter, mit der die einzelnen Häuser zum Beispiel Zeiten schwacher Auslastung überbrücken könnten", schreibt "Biztravel".


kg
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity