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Luftfahrt: Bald könnte es knallen

Angesichts des boomenden Luftverkehrs hat die Vereinigung Cockpit (VC) vor der Gefahr von Flugzeugkollisionen gewarnt. Die Pilotengewerkschaft fordert bessere Ausrüstung von Flughäfen und Flugzeugen.

Die Größe der Flughäfen halte nicht mit dem Verkehrsaufkommen mit, sagte VC-Sicherheitsexperte Burkhart Kaumanns am Dienstag auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Kaumanns kritisierte, dass die Luftfahrt in manchen Gebieten sogar dem Straßenverkehr hinterherhinke.

Die Gewerkschaft fordert deswegen eine bessere Ausrüstung von Flughäfen und Maschinen. Auf Flughäfen müssten etwa bessere Markierungen mit Hilfe von Beleuchtung und auch Ampeln installiert werden, um Zusammenstöße zu verhindern. Das VC-Vorstandsmitglied verwies auf mehrere schwere Vorfälle in der Vergangenheit. Nach Einschätzung der VC könnten Verkehrsmaschinen auch mit Warnsystemen ausgestattet werden, die etwa Alarm auslösen, wenn sich die Flugzeuge den Landebahnen nähern. Außerdem gebe es bereits Navigationssysteme für den Boden. Kaumanns verwies in dem Zusammenhang auf den neuen Airbus A380.

Weitere Gefahren lauern laut der Vereinigung Cockpit in der Luft. So sollten Segelflugzeuge in Zukunft mit automatischen Positionsmeldern, sogenannten Transpondern, ausgerüstet sein, um Zusammenstöße mit Verkehrsmaschinen zu verhindern. "Wir müssen ausweichen, können es aber gar nicht. Wir sehen sie nicht", sagte Kaumanns auch im Hinblick auf hohe Geschwindigkeiten von Verkehrsmaschinen. Die Gewerkschaft kritisierte zudem, dass vor allem viele Langstreckenpiloten übermüdet seien. Über die Manteltarifverträge bei den Fluggesellschaften müsse deswegen garantiert werden, dass Piloten ausreichende Ruhezeiten hätten. Notfalls müsse der Gesetzgeber eingreifen.

AP

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