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Reise: 15 Jahre Love Parade: Eine Chronik

Zum 15. Mal zieht die Love Parade durch Berlin. Begonnen hatte alles 1989 am Kudamm mit nur 150 Technofans.

Zum 15. Mal zieht die Love Parade am Samstag durch Berlin. Erwartet werden knapp 500.000 tanzende, gut gelaunte Menschen: Ein Megaevent, weltweit promotet, Synonym für Liebe, Lebenslust und Jugend. Begonnen hatte alles ganz klein. Ein kurzer Streifzug durch die wichtigsten Etappen des weltweit größten Technoumzugs.

1989: Der Start

1989 ist das offizielle Gründungsjahr der Love Parade.Ein Techno-DJ namens Matthias Roeingh hatte sich den Künstlernamen Dr. Motte zugelegt und eroberte vier Monate vor dem Mauerfall den Westberliner Kurfürstendamm für den ersten Umzug. Zusammen mit ganzen 150 Gleichgesinnten feierte er -weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit - eine "House-Musik-Demonstration" unter dem Motto "Friede, Freude, Eierkuchen".

1996 Umzug in den Tiergarten

Die Teilnehmerzahl nahm in der nächsten Zeit kontinuierlich zu. 1993 folgten bereits 30 000 Technofans aus aller Welt mehreren bunt geschmückten Wagen mit riesigen Lautsprecheranlagen. 1995 tanzten bereits 300.000 Menschen friedlich zu wummernder Technomusik. Aus einer kleinen Gruppe von Insidern war inzwischen eine richtige Massenbewegung geworden, ein offenes Forum für die internationale elektronische Musik-Szene hatte sich vielbeachtet etabliert. Der Kurfürstendamm war inzwischenzu eng für die Parade und die Stadt stimmte einem Umzug zu. Die Straße des 17. Juni wurde ab 1996 zum neuen Revier der Tanzverrückten.

1996-2000: Love Parade wird zum Exportartikel

Der Umzug heizte das weltweite Interesse an der Parade noch an. Die Teilnehmerzahlen nahmen immer schwindelerregendere Höhen an. 1997 zieht die Love Parade erstmals mehr als eine Million Raver aus aller Welt an. 39 Paradewagen bedeuteten einen weiteren neuen Rekord. Die Love Parade wurde zu einem gesellschaftlich heftig diskutierten Ereignis. Die Veranstaltung war ein grosses kommerzielles Geschäft geworden. Erstmals demonstrierten in diesem Jahr auch rund 1000 Gegner der Love Parade bei einer "Hate Parade" gegen die angebliche finanzielle Ausbeutung der Technomusik.1999 war das Höhepunkt der Technoparty. Die Veranstalter konnten mehr als 1, 5 Millionen Technojünger begrüssen - ein Rekord, der seitdem nicht mehr erreicht wurde. Andere Städte hatten inzwischen auch die gesellschaftliche Anziehungskraft der Technobewegung entdeckt. Im Jahr 2000 war die Loveparade nicht mehr allein in Berlin. Gefeiert wurde jetzt unter anderem auch in Wien, Tel Aviv und Leeds.

Ab 2001: Love Parade wird offiziell zur "kommerziellen Veranstaltung" erklärt

2001 gibt es einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte der Parade. Bisher wurde der Rave offiziell immer noch als "politische Demonstration" eingestuft. Auf diese Weise hatte die Stadt viele Kosten der Organisation zu tragen. 2001 stuft das Bundesverfassungsgericht die Love Parade als "kommerzielle Veranstaltung" ein, was ihre Finanzierungimmer mehr zu einem Problem machte. Denn die Teilnehmerzahlen fielen seit dem Rekord des Jahres 1999 teils drastisch. Zuckten im Jahr 2001 noch knapp eine Million Raver zu den harten Beats, waren es letztes Jahr nur noch ungefähr 700.000 Raver, die den Weg nach Berlin gefunden hatten. Ausgang unbekannt.

Christoph Marx / DPA

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