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Weniger Buchungen in Reisebüros: Wirtschaftskrise verdirbt Reiselaune

In der Krise wird auch am Urlaub gespart. Besonders Familien buchen laut Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) in diesem Jahr sehr zögerlich. Das spüren die Reisebüros derzeit deutlich.

Die deutschen Reisebüros verzeichnen rückläufige Buchungen für die Sommersaison. Wegen der trüben Konjunkturaussichten hielten sich vor allem Familien mit ihren Urlaubsplänen zurück. Die Reisebüros erzielten im Januar neun Prozent weniger Umsatz als im Vorjahresmonat. Am stärksten betroffen sind die Buchungen für die im Mai beginnende und für die Branche maßgebliche Sommersaison. Hier liegen die Umsätze laut Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) derzeit fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die bis April dauernde Wintersaison läuft mit einem Umsatzplus von 6,7 Prozent deutlich besser. Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK hat Daten aus 1200 Reisebüros ausgewertet.

Teure Reise verkaufen sich gut

Die Wirtschaftskrise schreckt vor allem Familien vor einem längeren Urlaub ab. "Bereits seit dem Herbst buchen sie markant weniger Reisen", erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Bis einschließlich Januar haben Familien 14 Prozent weniger Reisen gebucht Alleinreisende und Paare hingegen buchen vergleichsweise stabil. Teure Reisen verkaufen sich fast ebenso gut wie im Vorjahr, während sich die unteren Preisklassen stark rückläufig entwickelten. "Wer ohnehin weniger Geld zur Verfügung hat, verzichtet in diesem Jahr also am ehesten auf seinen Sommerurlaub", heißt es in der Gfk-Untersuchung.

Während die ersten Reiseanbieter, wie beispielsweise Tui, über Kurzarbeit nachdenken, hat der Chef des weltweit zweitgrößten Tourismuskonzerns Thomas Cook die Touristiker auf einen längeren Abschwung eingestimmt.

Im kommenden Sommer werden mehr Deutsche ihren Urlaub im eigenen Land verbringe. Um Österreich machen sie einen Bogen - minus acht Prozent Buchungen, dafür gewinnt die Türkei immer mehr. Mit einem Umsatzplus von 13 Prozent bis Ende Januar 2009 ist das Land am Bosporus unter den Top 15-Ferienzielen das wachstumsstärkste Urlaubsland der Sommersaison. Mit Ausnahme von Italien (plus fünf Prozent) müssen sich nach GfK-Annahmen die anderen Urlaubsländer Südeuropas auf insgesamt drei Prozent weniger deutsche Touristen einstellen.

Reuters/AP / AP / Reuters

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