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Insolvente Airline: Beschlagnahmtes Air-Berlin-Flugzeug bleibt bis auf Weiteres in Island

Neue Runde im Streit um einen in Island festgesetzten Airbus von Air Berlin. Die Fluggesellschaft spricht von "Rechtswidrigkeit" der isländischen Behörden, Flughafenbetreiber Isavia verteidigt sein Vorgehen. Wann das Flugzeug zurück nach Deutschland kommt, ist ungewiss.

Der absurd anmutende Streit um einen in Island festgesetzten Airbus der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin geht in die nächste Runde. Nachdem der isländische Luftfahrtdienstleister Isavia am Freitag mitteilte, dass sie das Festhalten des Fliegers nach isländischen Gesetzen für rechtens hält, wiederholt der Sprecher von Air Berlin, Ralf Kunkel, den Standpunkt der Airline. "Wir haben den Flughafen auch über das Wochenende aufgefordert, sein rechtswidriges Handeln umgehend zu beenden", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel".

Air Berlin hält Stilllegung des Airbus für "rechtswidrig"

Seit Anmeldung der Insolvenz Mitte August seien alle Rechnungen am Flughafen Keflavík pünktlich bezahlt worden. Die Fluggesellschaft habe dem Airport mitgeteilt, dass er eventuell bestehende Forderungen aus der Zeit vor der Insolvenz zur Insolvenztabelle anmelden müsse - so wie alle anderen Gläubiger nach deutschem Insolvenzrecht auch. Isavia hingegen ist der Meinung, dass das Festsetzen des A320 legal sei. Es sei die "letzte Möglichkeit, um die Bezahlung bereits erbrachter Dienstleistungen sicherzustellen". "Verpflichtungen in Island unterstehen isländischem Recht", erklärte ein Isavia-Sprecher gegenüber aerotelegraph.com.  Air Berlin beharrt dagegen auf seinem Standpunkt: "Das gegenwärtige Verhalten der Flughafengesellschaft ist klar rechtswidrig. Es ist nicht akzeptabel", erklärte Kunkel. Alle Passagiere des betroffenen Fliegers hatten laut Air Berlin trotz des Ausfalls noch in der Nacht zum Freitag Island verlassen können.


Die insolvente Fluggesellschaft plant, am 27. Oktober ihren letzten Flug durchzuführen. Ob der betroffene Airbus bis dahin zurück in Deutschland sein wird, ist weiter ungewiss. Ebenso unsicher ist, ob die offenen Rechnungen in Island je bezahlt werden. Denn die festgesetzte Maschine taugt wenig als Faustfand für "Isavia": Er gehört schon längst nicht mehr Air Berlin, sondern ist Eigentum der Leasinggesellschaft "Boc Aviation" in Singapur.

wue/mit DPA-Material

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