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Airbus A320 in Keflavík: Air-Berlin-Maschine auf Island: Nach isländischem Recht ist die Beschlagnahmung erlaubt

Island verteidigt die Konfiszierung der Air-Berlin-Maschine auf dem Flughafen von Reykjavík. Nach isländischem Recht sei das vollkommen in Ordnung. Die insolvente Airline hatte die Aktion als "rechtswidrig" bezeichnet.

Dritter Akt im Drama um die festgesetzte Maschine auf dem isländischen Flughafen Keflavík. Die Isländer verteidigen ihr Vorgehen, den Airbus wegen unbezahlter Rechnungen festzuhalten und verweisen auf ihr nationales Recht. Air Berlin hatte die Beschlagnahme zuvor als illegal bezeichnet.

Die Vorgeschichte: Air-Berlin-Flug AB3546 aus Düsseldorf landet am Donnerstagabend um 22.45 Uhr in , dem internationalen Flughafen der isländischen Hauptstadt Reykjavík. Die Passagiere steigen aus, das Gepäck wird entladen, doch statt um 0.45 Uhr den Rückflug anzutreten, wird die Maschine "gegrounded" das heißt beschlagnahmt. Der Grund: unbezahlte Rechnungen.

"Die letzte Möglichkeit, die Bezahlung sicherzustellen"

Am Flughafen Keflavík werden die Air-Berlin-Maschinen von der Firma Isavia abgefertigt. Auf ihrer Website schrieb das Unternehmen, sie habe die Düsseldorfer Maschine wegen unbezahlter Flughafengebühren festgehalten. Solche Maßnahmen seien rechtens und die "letzte Möglichkeit, um die Bezahlung bereits erbrachter Dienstleistungen sicherzustellen." Isavia bezieht sich dabei auf Außenstände aus der Zeit vor dem 15. August, dem Tag, an die Air Berlin anmeldete.

Air Berlin hält dagegen. Die Isländer müssten, ebenso wie alle anderen Gläubiger, ihre Forderungen aus der Zeit vor der Insolvenz anmelden. Gegenüber dem stern bezeichnet Ralf Kunkel, Vice President Communications and Marketing von Air Berlin, die Vorgehensweise des Flughafens Keflavík als "rechtswidriges Handeln". Zwar gäbe es Forderungen aus dem Zeitraum vor dem 15. August 2017, allerdings habe man dem Flughafen Keflavík mehrfach mitgeteilt, dass er diese Außenstände nach geltendem Insolvenzrecht anmelden müsste.

Air-Berlin-Maschine steht noch immer auf Island

Das sieht Isavia ganz anders. "Verpflichtungen in Island unterstehen isländischem Recht", erklärt ein Isavia-Sprecher gegenüber aerotelegraph.com. "Deutsches Recht gilt in Island nicht." Und das sei eindeutig. Laut Artikel 136 des isländischen Luftfahrtsrechts dürften Flugzeuge so lange blockiert werden, bis alle Ausstände beglichen oder Sicherheiten hinterlegt worden seien.

Die Air-Berlin-Maschine steht also immer noch auf der Insel. Ein Heimflug ist bisher nicht absehbar.

tyr

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