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Overtourism: Amsterdam kassiert bald die höchste Touristensteuer in Europa

Die Grachtenstadt wird immer beliebter und von Touristen überrannt. Ab 2020 will Amsterdam die City-Tax nun bei jeder Übernachtung um einen weiteren Pauschalbetrag erhöhen.

Selfie-Hotspot in Amsterdam: Die Wiese mit Amsterdam-Schriftzug vor dem Rijksmuseum

Selfie-Hotspot in Amsterdam: Die Wiese mit Amsterdam-Schriftzug vor dem Rijksmuseum

Amsterdam ist zum Opfer des eigenen Erfolgs geworden: Die Stadt mit 850.000 Einwohnern wurde im vergangenen Jahr von 20 Millionen Touristen besucht. Im Jahre 2005 waren es nur 11 Millionen Besucher. Tendenz steigend: Hochrechnungen zufolge werden 2025 mehr als 29 Millionen Menschen erwartet.

Die fotogenen Grachten, Coffeeshops und das Rotlichtviertel ziehen die Menschen aus aller Welt an. Hinzukommen das Image als eine besonders fahrradfreundliche Metropole und Attraktionen wie das Anne-Frank-Haus und die vielen Museen mit berühmten Bildern von Vincent van Gogh und Rembrandt van Rijn. Gerade unter jungen Reisenden steht Amsterdam in dem Ruf, eine "very instagrammable" Stadt zu sein.

Schon jetzt muss jeder Amsterdamer Hotelier auf die Rechnung bei der Abreise einen Aufschlag von sieben Prozent erheben. Die Zusatzeinnahme für die Stadt hat überall verschiedene Bezeichnungen: Bettensteuer, Beherbergungsabgabe, City-Tax und Touristensteuer: In Deutschland ist der Obolus unter dem sperrigen Wort "Kulturförderabgabe" bekannt.

Ab dem 1. Januar möchte die Grachtenstadt zusätzlich drei Euro pro Person und Übernachtung auf die ohnehin schon hohe Bettensteuer kassieren, wie "CNN" vermeldet. "Amsterdam wird dann im Durchschnitt die höchste Übernachtungssteuer in Europa haben", sagt Tim Fairhurst, Direktor für Politik bei der European Tourism Association (ETOA).

Faralda Crane Hotel

In Zahlen ausgedrückt kann dann die Bettensteuer in Amsterdam 16 Euro betragen. Zum Vergleich: Berlin verlangt fünf Prozent City-Tax auf den Netto-Übernachtungspreises, in Rom sind es gestaffelt je nach Sterne-Kategorie bis zu sieben Euro.

Anders reisen durch die Niederlande

Schon seit einiger Zeit werden verschiedene Maßnahmen diskutiert, wie der Amsterdam-Tourismus in anderen Bahnen verlaufen kann. So werden seit März Führungen ab 19 Uhr abends durch das freizügige Rotlichtviertel untersagt. Die Gegend sei zu sehr von Touristen überlaufen, begründete die Stadt das Verbot. Ab 2020 tritt ein totales Verbot für Führungen durch den Bezirk in Kraft.

Neues Wandgemälde auf dem Gelände der NDSM-Werft im Norden Amsterdams

Neues Wandgemälde auf dem Gelände der NDSM-Werft im Norden Amsterdams

Auch sollen die Besucherströme in den Niederlanden besser gesteuert werden. Statt auf reines Wachstum der Besucherzahlen setzt das Tourismusbüro verstärkt auf die Lenkung der Touristenströme. Amsterdam sei überfüllt, andere Regionen in den Niederlanden könnten jedoch mehr Touristen vertragen.

Quelle: "cnn.com"

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