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Europäisches Luftraumabkommen: Kampf dem Flickenteppich im Himmel

Schneller und ökologischer soll das Fliegen in Europa werden. Brüssel hat eine Neuordnung des Luftraums beschlossen, um die Reisewege zu verkürzen. stern.de zeigt die Lärmzonen in der Nachbarschaft deutscher Flughäfen.

Von Jan-Arwed Richter

Über drei Millionen Flüge werden im Himmel über der Bundesrepublik pro Jahr abgewickelt. Doch ein Flugzeug fliegt nicht auf direktem Weg von A nach B, sondern macht erhebliche Umwege, weil der europäische Luftraum in 650 Sektoren und 60 Kontrollzentren aufgeteilt ist. Auf der Strecke von Paris nach München verlängert sich durch die Bürokratie die Flugstrecke um 110 Kilometer.

Schengen am Himmel

Nun soll alles besser werden. Das Europäische Parlament beschloss eine Neuregelung, die bis 2012 umgesetzt werden soll. Statt wie bisher mehrere Flugkontrollzonen pro Land wird es künftig nur noch neun Lufträume in Europa geben, die alle miteinander direkt vernetzt sein werden. Ziel dabei ist es, überlastete Lufträume zu entzerren, teure Umwege für Flugzeuge zu vermeiden und dadurch die CO₂-Emissionen zu senken.

Die kürzlich beschlossene Neuaufteilung soll ein Zwischenschritt sein, bis der "Single European Sky" (SES), der vereinte Himmel über Europa, Wirklichkeit wird. Bereits heute versuchen die Fluglotsen, die Wege der landenden und startenden Maschinen zu optimieren. Die strengen Regeln des Lärmschutzes zwingen Piloten und Fluglotsen jedoch zu Kompromissen, solange über den Wolken noch die Kleinstaaterei praktiziert wird.

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