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Lieblingsinsel der Deutschen Trotz steigender Corona-Zahlen: Mallorca hofft auf eine gute Sommer-Saison

Sehen Sie im Video: Steigende Corona-Zahlen – ist Mallorcas Sommersaison in Gefahr?




Trotz wieder zunehmender Corona-Infektionen hoffen die Politik und die Tourismusbranche auf der Deutschen liebsten Ferieninsel Mallorca auf eine gute Sommersaison. Die Regionalpräsidentin Francina Armengol sagte der "Mallorca Zeitung": "Die Lust aufs Reisen ist groß. Wir hoffen auf eine Saison, die weit bis in den Herbst hinein anhält." Die Tourismusbranche hofft in diesem Sommer auf eine Auslastung von 50 bis 60 Prozent. Aber alle, die auf Mallorca und den anderen Baleareninseln leben, treibt die Sorge um, dass sich der vergangene Sommer wiederholen könnte. Im letzten Jahr, als die Pandemie zunächst unter Kontrolle schien, sind die Zahlen dann aber im Laufe des Sommers wieder in die Höhe geschossen. Die meisten Fälle in diesem Jahr gehen bisher noch auf die zuerst in Großbritannien festgestellte Alpha-Variante des Coronavirus zurück. Aber auch die als ansteckender geltende Delta-Variante ist auf dem Vormarsch.
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Auf der Deutschen liebsten Ferieninsel Mallorca steigen die Inzidenzen wieder. Trotzdem hoffen Politik und die Tourismusbranche auf eine gute Sommersaison. Droht eine Wiederholung des Corona-Fiaskos aus dem letzten Jahr?

Trotz wieder zunehmender Corona-Infektionen hoffen die Politik und die Tourismusbranche auf der Deutschen liebsten Ferieninsel Mallorca auf eine gute Sommersaison. "Die Lust aufs Reisen ist groß. Wir hoffen auf eine Saison, die weit bis in den Herbst hinein anhält", zitierte die "Mallorca Zeitung" Regionalpräsidentin Francina Armengol. Auch die Managerin von Hotels der Gruppe Melía in Magaluf, Belén Sanmartín, äußerte sich vorsichtig optimistisch. Sie hoffe in diesem Sommer auf eine Auslastung von 50 bis 60 Prozent, berichtete die Zeitung "Diario de Mallorca" am Samstag.

Magaluf, sozusagen der Ballermann der Briten, erwacht gerade zu neuem Leben, nachdem Großbritannien die Balearen auf die grüne Liste der Regionen gesetzt hat, die bei der Rückkehr in die Heimat keine Quarantänepflicht auslösen. Allerdings müssen Briten anderes als Deutsche einen negativen PCR-Test vorlegen, um zu der Inselgruppe im Mittelmeer zu reisen.

Sorge vor neuerlichem Corona-Lockdown

Aber alle, die auf Mallorca und den anderen Baleareninseln Menorca, Ibiza und Formentera leben, treibt die Sorge um, dass sich der vergangene Sommer wiederholen könnte, als die Pandemie zunächst unter Kontrolle schien, die Zahlen dann aber im Laufe des Sommers wieder in die Höhe schossen.

Mehr infizierte junge Leute, viel weniger Tote, auf diese Formel lässt sich die Corona-Entwicklung in Spanien derzeit bringen. Seit April waren die Corona-Zahlen stetig gesunken, jetzt steigen sie wieder deutlich. Auch auf den den Balearen kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz wieder auf 94, auch wegen einer Massenansteckung spanischer Schüler auf Abiturreisen.

Inzidenz in Spanien steigt wieder deutlich

Anders als bei früheren Corona-Wellen sind dieses Mal besonders jüngere Menschen betroffen, die nur leichte oder gar keine Krankheitssymptome entwickeln. Die Patientenzahlen auf Intensivstationen und die Todeszahlen bleiben deshalb bisher niedrig. In der Gruppe der 20- bis 29-jährigen beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz in Spanien rund 450. Mallorca hat deshalb vergangene Woche mit der Impfung von 16- bis 29-Jährigen begonnen.

Die meisten Fälle gehen bisher noch auf die zuerst in Großbritannien festgestellte Alpha-Variante des Coronavirus zurück. Aber auch die als ansteckender geltende Delta-Variante ist auf dem Vormarsch. Experten gehen davon aus, dass sie bis zum Sommer in ganz Europa vorherrschend sein wird.

Reiseanbieter vorsichtig optimistisch

Deutsche Reiseanbieter spüren nach eigenen Angaben bislang keine Folgen der Delta-Variante im Buchungsverhalten von Kunden. Veranstalter beobachten derzeit keine Stornierungen im großen Stil aus Sorge vor Corona-Ansteckungen im Urlaub, wie mehrere Unternehmen auf Anfrage berichteten. "Speziell für kurzfristigere Reisen noch in den Sommerferien 2021 verzeichnen wir weiterhin eine sehr hohe Nachfrage", sagte Ralph Schiller, Chef des Reisekonzerns FTI. Selbst bei medial stark im Fokus stehenden Regionen wie Mallorca reagierten Gäste besonnen, "so dass wir für die Insel derzeit kein erhöhtes Stornierungsaufkommen vermelden".

Anbieter DER Touristik stellt derzeit ebenfalls "keine vermehrten Stornierungen" fest. Die Kurzfristbuchungen zeigten, dass viele Kunden jetzt ihren ausgefallenen Sommerurlaub aus 2020 nachholen möchten, sagte DER-Touristik-Chef Ingo Burmester. "Wir sehen aber an den Anfragen in unserem Servicecenter auch, dass die Diskussion in den Medien für Verunsicherung bei den Verbrauchern sorgt."

Verunsicherung bei Verbrauchern: Buchen oder nicht buchen?

Andreas Rüttgers, Leiter Touristik beim Veranstalter Schauinsland-Reisen, kann bis auf die jüngsten Portugal-Stornierungen bisher keinen negativen Effekt der Delta-Variante beobachten. "Da Portugal ab dem 7.7.2021 nicht mehr als Virusvariantengebiet eingestuft wird, könnte sich hier die angespannte Situation ebenfalls wieder ändern", sagte er am Dienstag. Aktuell würden alle Buchungen sehr kurzfristig oder bereits für den kommenden Winter getätigt.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) erklärte, es sei noch zu früh, um die Auswirkungen der Delta-Variante auf das Buchungsverhalten von Kunden zu quantifizieren. Generell sei die Lust der Menschen zu verreisen ungebrochen. Im besonders von der Delta-Variante betroffenen Portugal hätten Veranstalter aber nicht nur Reisen abgesagt, sondern nähmen vorerst keine neuen Buchungen an. "Sie haben die Systeme zugemacht für eine gewisse Zeit", sagte eine DRV-Sprecherin.

Der weltgrößte Reiseanbieter Tui wollte sich zu den Folgen der Delta-Sorgen auf das Buchungsverhalten nicht äußern. Der Veranstalter Alltours teilte mit, für eine Aussage sei es noch zu früh.

mth / DPA / AFP

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