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14. Mai: Tag des Wanderns in Deutschland: Die schönsten Wanderrouten – empfohlen von stern-Reporter Uli Hauser

Hundert Tage lang war der stern-Reporter Uli Hauser unterwegs. Hier sind seine fünf Tourentipps für alle, die auch loslaufen wollen, aber nicht ganz so viel Zeit haben. Perfekt für den 14. Mai, dem Tag des Wanderns in Deutschland.

Man muss nicht gleich wie Rom-Pilger Uli Hauser in 100 Tagen von Hamburg bis in die Ewige Stadt laufen: Es gibt auch lohnende Tagestouren und kurze Routen von zwei Tagen.

Man muss nicht gleich wie Rom-Pilger Uli Hauser in 100 Tagen von Hamburg bis in die Ewige Stadt laufen: Es gibt auch lohnende Tagestouren und kurze Routen von zwei Tagen.

Getty Images

Zwei Tage: Auf den Spuren der Wölfe

Knapp eine Stunde südlich von Hamburg liegt Norddeutschlands größter Mischwald. Buchen halten sich hier seit 340 Jahren aufrecht, Wölfe wildern in traumhafter Landschaft.

Hausers Buch über seine Tour enthält auch 25 Tipps für Wanderer. Knaus-Verlag, 20 Euro

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Von Hamburg aus geht es mit dem Nahverkehrsticket für ein paar Euro zum Bahnhof Göhrde, einst gebaut für Kaiser Wilhelm, der hier gern jagte. Rucksack abstellen im Hotel Kenners Landlust und dann hinein ins Wiesental, den gezackten Pfeilen des Hinweisschilds zum Europäischen Fernwanderweg 6 „Ostsee-Wachau-Adria“ folgen. Knapp zehn Kilometer sind es in den Breeser Grund, einen alten Hutewald, mit Bäumen, wie von Caspar David Friedrich gemalt. Am nächsten Tag vom Hotel aus nach Govelin, dann den Lilienpfad nehmen, für eine kurze Wanderung über Kopfsteinpflaster, wie in alter Zeit. Zusammen sind die beiden Strecken vielleicht 25 Kilometer lang, perfekt, um an einem Wochenende mal wieder in die Gänge zu kommen.

www.lilienpfad.de

Drei Tage: Burgen-Hopping an der Werra

Von Friedland aus geht es auf Schloss Berlepsch zu, ein paar Kilometer zum Einlaufen nur, durch prächtige Mittelgebirgslandschaft. Im Schloss das Erkerzimmer beziehen; vielleicht wird am Abend ein Schwein gegrillt. Am nächsten Tag weiterlaufen durch Wald und Wiesen die Werra entlang. Nach rund 20 Kilometern schläft es sich gut in der Jugendburg Ludwigstein. Die dritte Etappe führt über knapp 30 Kilometer zu den gastfreundlichen Mönchen vom Hülfensberg im Eichsfeld, die Wanderern (nach Voranmeldung) Quartier geben.

www.schlossberlepsch.de

www.jugendburgludwigstein.de

www.werra-burgen-steig.de

www.huelfensberg.de

Eine Woche: Durch Deutschlands Mitte

Sieben mal 25 Kilometer am Tag, und so weit gucken, wie es selten möglich ist in deutschen Landen. Der Fernwanderweg „Hochrhöner“ beginnt, grob gesagt, im Thüringer Wald, läuft quer durch das Biosphärenreservat Rhön und endet in Unterfranken. Am Weg: engagierte Gastwirte und bequeme Quartiere, von der „Grünen Kutte“ in Bernshausen (Rhönschaf probieren!) bis zum Kloster Kreuzberg, in dem Franziskaner süffiges Bier brauen lassen.

www.rhoen.de

www.gruene-kutte.de

www.kreuzbergbier.de

Elf Tage: Auf Pilgerpfaden nach Süden – vorbei an Kühen, Kirchen und Klöstern

Der „Münchner Jakobsweg“ geht von der bayerischen Landeshauptstadt durchs Allgäu bis an den Bodensee. Vorbei an Kühen, Kirchen und Klöstern. Während Scharen von Touristen fotografierend durch Starnberg oder die Wieskirche hasten, bieten sich dem entspannten Wanderer herrliche Blicke. Immer wieder sind da kaum berührte Feuchtgebiete, durch die man barfuß waten kann – eine Wonne unter weiß-blauem Himmel. Unterkunft und Verpflegung in kleinen Gasthöfen gibt es reichlich am Wegesrand. Ein Tipp: Ein herrlicher Spaziergang führt von der Wieskirche zum urgemütlichen Gasthof Graf in Steingaden.

www.jakobswege-europa.de/wege/muenchner-jakobsweg.htm

www.gasthof-graf.de

Drei Wochen: Über alle Berge nach Como

Der alte Weg der Rom-Pilger führte vom Bodensee durch das Rheintal über den Septimerpass nach Italien. Der stern-Reporter wollte die ganze Strecke gehen, aber wie immer kam etwas dazwischen. Was er empfehlen kann: In Scheidegg Quartier nehmen im Pilgerzentrum. Ein Glas Roten trinken mit dem Bergführer Toni, der fast jeden Stein kennt auf dem Weg in die Schweiz. In Bivio, wo Uli Hauser wieder ins Laufen kam, liegt das kleine Hotel Solaria. Dort mit Gregorio oder Giancarlo Torriani oder mit Giancarlos Frau Genny wieder bei einem Roten über die weiteren Etappen reden, dann den spektakulärsten Abschnitt der Strecke angehen.

Allein der Septimerpass: Noch im dritten Jahrhundert war er für die Römer der Weg ins wilde Germanien. Noch heute finden sich hier alte Straßenpflaster und Ruinen; es geht rauf bis auf 2310 Meter und dann wieder hinunter über einen Eselspfad. Nach all den Mühen geht es ins Bergell und später am Comer See entlang, bis man sich sattgesehen hat an all der Schönheit. Ein Zimmer nehmen in der Locanda Dell’Era in Dorio. Da gibt’s prima Essen und Trinken unter einem Dach aus Weinblättern.

www.scheidegg.de/urlaub-ferienscheidegg-allgaeu/gastgeberin-scheidegg/pilgerzentrum.html

www.hotelsolariabivio.com

www.locanda-dellera.it

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