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Trekking im Tessin, Teil 1: Über dem Hausberg von Lugano: So wandert es sich auf dem Scenic Trail

Der Monte San Salvatore und der Monte Brè (925 Meter) gelten als die beiden Hausberge von Lugano. Letzter gilt als Ausgangspunkt für eine abwechslungsreiche Wanderung über die Denti della Vecchia.

Monte Brè Standseilbahn

Aller Anfang ist leicht: Wer den Aufstieg mit der bereits 1980 eröffneten Standseilbahn zum Monte Brè zurücklegt, steht in einer Viertelstunde auf dem Aussichtsgipfel.

Denti della Vecchia, die weißen "Zähne" werden auch die Luganeser Dolomiten genannt. Die Felsen sind nicht unter Kletterern beliebt, sondern auch bei Wanderern. Eine Tour führt an ihren spitzen Gipfeln vor bei zu einer der modernsten Berghütten der Schweiz mit bester Küche.

Zu Beginn lassen sich der mehr als 600 Meter Höhenunterschied mit der Brè-Standseilbahn ab dem Ortsteil Cassarate zurücklegen. Von der Bergstation geht es hinab durch das kleine Künstlerdorf Brè und durch Wald und an einem Bach entlang westlich um den Monte Boglia zur Alpe Bolla auf 1129 Metern. Dort besteht mit den Bänken vor der Hütte eine schöne Einkehrmöglichkeit (4h).

Bald beginnt der Scenic Trail, so die Ausschilderung, immer dem Kamm folgend, der meist auch mit dem Grenzverlauf zwischen der Schweiz und Italien identisch ist. Der Weg führt um die Klippen der Sasso Grande herum, ohne dass man schwindelfrei sein muss, bis zu Capanna Pairolo, einer Hütte auf 1349 Metern (1:50h). Wer noch über genügend Energie verfügt, kann in zwei Stunden über breite und unbewaldete Hänge bis zur Kapelle San Lucio in 1542 Metern Höhe laufen. Dort gibt es gleich zwei Unterkünfte, die Capanna Alpe di Cottino auf Schweizer Seite und das Refugio San Locio auf italienischem Boden mit deutlich günstigeren Preisen.

Zweiter Tag des Tessin-Trips

Am nächsten Tag könnte als erstes der 2115 Meter hohe Gazzirola bestiegen werden, der im fortgesetzten Kammverlauf die Gegend dominiert (1:50h). Entspannter kann die Wanderung am Südwesthang der Berges zur Capanna Monte Bar fortgesetzt werden (3h). Die erst 2017 eröffnete Berghütte wird von Alessandro Müller geführt. Durch die großen Panoramafenster rückt wieder Lugano ins Blickfeld.

Noch einmal 200 Höhenmeter sind es durch breite Grasfelder bis zum Gipfel des Monte Bar (0:45h). Oder man läuft über die Caval Drossa zur Aussichtsloge Motto della Croce und weiter nach Bidogno hinab ins Tal (3h).

Sehr viel einsamer ist der Abstieg noch vor Erreichen der Capanna Monte Bar nach Norden bis Isone (5:30h). Doch hier kann der Abstieg wegen eines militärischen Übungsgebiets gesperrt sein. Dann bietet sich der schmale Pfad über den 1970 Meter hohen Pass, die Bocchetta di Revolte zur Alpe di Leveno an, mit Abstieg zum Bergdorf Monte Moneda und durch dichte Laubwälder nach Vellano (6h).

Voraussetzung: gute Kondition, Trittsicherheit und elementares Orientierungsvermögen. Wer nach Vellano weiterläuft, sollte über sehr gute Kondition verfügen. Weitere Infos: www.luganoregion.com und www.ticino.ch

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