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Philippinen Wie im Film "Terminal": Mann hängt wegen Corona 110 Tage am Flughafen fest


Am 20. März landete Roman Trofimov in Manila auf den Philippinen, doch die Einreise wurde ihm verweigert. Ihm wurde der Reisepass abgenommen – und er hing fest. So wie einst ein Iraner in Paris, dessen Schicksal in "Terminal" mit Tom Hanks verfilmt wurde.

Zig Fotos und Videos hat Roman Trofimov binnen der vergangenen drei Monate bei Facebook veröffentlich, seine Zustandsbeschreibungen lauteten vorwiegend: "deprimiert", "gelangweilt", "verzweifelt". Roman Trofimov lebt in Estland, war am 20. März in Manila auf den Philippinen gelandet, doch die Einreise wurde ihm verweigert, weil Einreise-Visa wegen der Corona-Pandemie nicht länger ausgestellt wurden. Bevor er durch die Passkontrolle gehen konnte, war ihm sein Reisepass abgenommen worden.

Das war der Grund, warum die Fluggesellschaft Air Asia, mit der er aus Thailand angereist war, ihn nicht einfach wieder zurückbringen konnte. Ihm wurde mitgeteilt, er müsse abwarten, bis die wegen Corona verhängte Quarantäne beendet wäre, bevor er wieder ausreisen könnte. Damals ahnte niemand, wie lange die Pandemie sich hinziehen würde. Der Lockdown auf den Philippinen betraf jeden, der kein Diplomat, Arzt oder humanitärer Mitarbeiter war und war vom Staat am 16. März beschlossen worden.

Die Botschaft konnte nicht helfen

Trofimov fragte immer wieder seine Botschaft an und fragte um Hilfe, doch eine Rückführung erwies sich als unmöglich. Der am Flughafen Gestrandete sagte: "Mein Gesundheitszustand verschlechtert sich wegen schlechter Ernährung, fehlender Sonne und Mangel an frischer Luft", berichtet die britische "Metro". "Ich muss das jetzt öffentlich machen."

Ursprünglich hätte Trofimov zunächst nach Cebu auf den Philippinen und am 2. April zurück nach Bangkok fliegen sollen. Beide Flüge waren aufgrund der Corona-Pandemie storniert worden.

"Rückreise nur nach Estland möglich"

Laut "Metro" sagte Trofimov dem estnischen Radiosender ERR, dass er von den Philippinen kein anderes Land anfliegen, sondern nur mit der gleichen Fluggesellschaft zurückgebracht werden könne. Die britische Quelle zitiert ihn folgendermaßen: "Sie kassierten meinen Reisepass und geben ihn nur zurück, wenn ich nach Estland zurückfliege. Aber sie fliegen derzeit nicht nach Estland, sie fliegen zurzeit nirgendwo hin. Mir wurde gesagt, ich solle warten, bis wieder geflogen wird."

Die alternativen Ausreisemöglichkeiten erwiesen sich als keine echten Alternativen: "Mir wurde angeboten", so Trofimov, "mit Turkish Airlines zu fliegen. Aber die fliegen auch gerade nicht. Also warte ich weiterhin. Die Abflugzeit wurde schon viermal verschoben."

Heute konnte Roman Trofimov endlich los: allerdings nur zurück nach Estland.

bal

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