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Australien: Übler Witzbold hackt Flugzeugfunk - welche Konsequenzen ihm drohen

Das war gar nicht lustig: Die Piloten einer Passagiermaschine erhielten beim Landeanflug in Melbourne über Funk den falschen Hinweis, dass ein Maschinenschaden aufgetreten sei. Daraufhin startete die Maschine durch.

Virgin Airline

Eine Maschine von Virgin Australia war Opfer eines gefälschten Funkspruchs

Als sich eine Passagiermaschine der Airline Virgin Australia im Landeanflug auf den Flughafen von Melbourne befand, erhielten die Piloten einen alarmierenden Funkspruch. Sie hätten einen (nicht näher identifizierten ) Schaden am Flugzeug. Darauf brachen die Piloten die Landung ab und starteten durch. Der Funkspruch kam allerdings nicht von der Flugkontrolle, sondern von einer Person, die sich einen üblen Scherz erlaubte, wie australische Zeitungen berichten.

Die Bundespolizei nahm die Ermittlungen auf. Es war nicht der einzige Vorfall dieser Art. Insgesamt 15 Mal hackte sich der Täter in den Funkverkehr zwischen Tower und Flugzeugen und gab falsche Anweisungen. Einmal gab er sich als Pilot eines Leichtflugzeuges aus und simulierte einen Notfall. Sollte der Täter geschnappt werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Große Sorge um die Flugsicherheit

Der Präsident der Virgin-Piloten-Vereinigung, John Lyons, ist wegen der Vorfälle "in Sorge". Denn wenn eine Funkfrequenz gehackt ist, haben die Piloten keine Möglichkeit, die Quelle zu identifizieren. Sie können nicht feststellen, ob Funksprüche von der Flugkontrolle oder von Hackern kommen. Und als Piloten müssen sie den Anweisungen folgen.

Die Hacker benutzten vermutlich eine einfache Funkausrüstung, die sich jedermann besorgen kann. Allerdings müssen die Fake-Funker mit ihrer Ausrüstung direkt am Flughafen stehen, um die Maschinen zu erreichen. Weil der australische Flugverkehrsfunk nicht verschlüsselt ist, lässt er sich besonders leicht knacken. Eine technische Aufrüstung wäre teuer. 

Sicherheitsexperten sind alarmiert

Im Zuge des Vorfalls berichtete der australische TV-Sender ABC, dass es bereits am 27. Oktober einen ähnlichen Zwischenfall gegeben hatte, als eine Maschine 80 Meter über der Landebahn durchstartete. Auch dieser Vorfall wird untersucht und geht vermutlich auf denselben Täter zurück. 

Sicherheitsexperten sind alarmiert. Für sie ist die Gefahr, durch einen falschen Funksprunch ein terroristisches Attentat auszuführen, genauso groß wie eine Flugzegentführung oder eine Bombe an Bord.

tis

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