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Reiseetikette: Wegen seiner "anstößigen" Hose wird einem Mann das Boarding verweigert

Kurz vor seinem Flug von Jakarta nach Istanbul wurde einem US-Amerikaner erklärt, dass er wegen seiner Shorts nicht in die Maschine gelassen werde. Die Fluglinie Saudi Arabian Airlines habe ganz bestimmte Vorschriften, gegen die er verstoßen würde.

Mit Shorts kein Boarding – Airline verweigert Fluggast die Mitreise

Shorts werden als Verstoß gegen die Nichtanzüglichkeitsregel gewertet (Symbolfoto)

Getty Images

Jordan Bishop checkte ganz normal am Flughafen von Jakarta für seinen Flug mit Saudi Arabian Airlines nach Istanbul ein, mit Zwischenstopp in Riad, als er von einem Steward gebeten wurde, kurz beiseite zu treten. Leider müsse ihm der Zutritt zur Maschine verwehrt werden, da die Flugregularien der Airline es verbieten würden, mit kurzen Hosen zu reisen. Und er trage nun mal Shorts, was ein Problem sei. 

Niemals dachte Bishop daran, dass es einen Verstoß gegen Flugregularien darstellen könnte, wenn er kurze Hosen trage, erklärte er später "Forbes". Immerhin beträgt die durchschnittliche Jahrestemperatur in Jakarta etwa 27 Grad Celsius. Kein Wetter für dicke Jeans.

Shorts könnten anstößig wirken

Doch tatsächlich besagen die Regularien der Airline, dass sich Passagiere "konform zu den örtlichen allgemeinen Gegebenheiten" zu kleiden haben und diese Kleidung "nicht anstößig" auf Mitreisende wirken darf. Wie er "Forbes" berichtete, wurden Bishops Shorts als Verstoß gegen die Nichtanzüglichkeitsregel gewertet.

Noch eine Besonderheit beinhaltet das Regelwerk von Saudi Arabian Airlines. Im Flugzeug selbst – also sobald sich dessen Türen geschlossen haben und es zum Start ansetzt, sowie über den Wolken – können Shorts wiederum getragen werden. Die Nichtanzüglichkeitsregel bezieht sich nur auf den Boarding-Prozess selbst.

Doch es ist nicht einmal dieses verworrene Regelwerk, das Bishop am meisten erzürnt, sondern die (Un)-Art, wie die Regeln kommuniziert werden und die große Unklarheit, wie sie auszulegen sind. Einen konkreten Hinweis auf die Regeln bekam Bishop nämlich während des gesamten Buchungsprozesses seines Flugtickets von niemandem.

Keine eindeutige Auslegung

Erst bei seinen eigenen tieferen Recherchen auf der Website der Airline wurde er fündig. Was er jedoch unter "anstößig" oder "allgemeine örtliche Gegebenheiten" verstehen soll, blieb auch nach der Recherche unklar. Ein einfaches "keine kurzen Hosen", oder auch "nur bedeckte Beine" hätten ihm sicher weitergeholfen.

Schlussendlich gelang es Bishop jedoch, den Flug doch noch zu erreichen. Er eilte zum Shoppingbereich des Flughafens und suchte schnell nach etwas Passendem für sich. In der Kürze der Zeit ließen sich zwar keine Hosen finden, ein sogenannter Sarong, also ein beinbedeckender Wickelrock, tat es aber auch. Damit erreichte Bishop gerade noch als letzter seinen Flug – und durfte auch mitreisen.

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