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Indien-Glossar: Visum, Webseiten und Weiterreise

Eine Reise durch Indien ist weder gefährlich noch kompliziert. Allerdings gibt es einiges zu beachten. stern.de fasst die wichtigsten Reisetipps zusammen.

Von Swantje Strieder

Touristen benötigen für Indien ein Visum. Seit Sommer 2011 werden die Anträge nur noch im Online-Verfahren in englischer Sprache ausgegeben. Ein externer Dienstleister ist mit der Weiterverarbeitung beauftragt worden. Planen Sie drei Wochen Bearbeitungszeit ein - und mindestens 52 Euro nur für die Visagebühr. Das Prozedere ist ein Musterbeispiel für indische Bürokratie.

Visum

Der online ausgefüllte Antrag ist zweimal auszudrucken, je zweimal zu unterschreiben und mit zwei identischen farbigen Passfotos nur im Format 5 x 5 cm, dem noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass, einem adressierten Rückumschlag und einer Kopie des Überweisungsformulars per Post an den Dienstleister zu schicken.

Achtung: Die Fotos nicht lose oder mit einer Büroklammer festheften, nicht aufkleben oder antackern! Alle Unterlagen dürfen nicht geknickt werden und müssen durch eine durchsichtige Klarsichthülle geschützt sein, sonst werden sie nicht akzeptiert. "Beantragen Sie bitte ihr Visum rechtzeitig, um Stress zu vermeiden", heißt es auf der Website der Visa-Agentur IGCS. "Nichts belastet mehr als die Furcht, die ganze Reise könne scheitern, weil der Pass mit Visum sich noch am Tag vor der Abreise in den Händen der Post befindet."

Indische Botschaft, Tiergartenstr. 17, 10785 Berlin, Tel. 030-25 79 58 20, www.indischebotschaft.de

Indisches Generalkonsulat, Friedrich-Ebert-Anlage 26, 60325 Frankfurt/M., Tel. 069-15 30 050, www.cgifrankfurt.de

Indisches Generalkonsulat, Graumannsweg 57 , 22087 Hamburg, Tel: 040-33 80 36, www.cgihamburg.de

Indisches Generalkonsulat, Widenmayerstr. 15, 80538 München, Tel. 089-21 02 39-0, www.cgimunich.de

Zeitumstellung und Zoll

Indiens Luftfahrt boomt, durch die vielen privaten Airlines wie Spice Jet und IndiGo. Dabei gelten die Fluglinien Kingfisher und Jet Airways als die Toplinien. Auch im internationalen Vergleich ist die indische Mittelklasse mobil geworden, doch leider hat die Organisation der Flughäfen nicht Schritt gehalten.

Vor der Landung gilt es, die Uhren umzustellen: Indien ist der mitteleuropäischen Zeit um 3,5 Stunden voraus. Der neue Airport von Bangalore hat keine vernünftige Verkehrsanbindung in die City. Mumbai hat zwar die modernsten Terminals, aber den Ruf als "Kreis-Stadt", wo Flieger häufig in der Warteschleife kreisen müssen: Der Ausbau einer zweiten Startbahn ist durch riesige Slums drum herum blockiert. Der Flughafen New Dehli ist Dauerbaustelle und gilt als besonders schlecht organisiert. Zeit zum Umsteigen mitbringen! Die gute Nachricht: Security Checks sind fast immer effizient und freundlich. Falls es aber doch mal hapert: Wappnen Sie sich mit der landestypischen Geduld.

In Indien gelten die international üblichen Zollbestimmungen. Sie dürfen 200 Zigaretten, zwei Flaschen Wein oder eine Flasche Hochprozentiges aus dem Dutyfree mitbringen. Und natürlich ihren eigenen Laptop und ihre Lieblingskamera samt Objektiven einführen. Aber bereits bei zwei Kameras oder zwei Laptops müssen Sie diese auf einem Extra-Formular deklarieren. Indische Rupien dürfen weder ein- noch ausgeführt und Bargeldmengen über 5000 US-Dollar sollten deklariert werden. Ein Trost: Umtauschschalter im Ankunftsbereich sind schnell, unkompliziert und meist bis spät in der Nacht geöffnet.

Gesundheit

Für Reisende aus Europa sind keine Impfungen vorgeschrieben. Dennoch empfiehlt es sich, etwa zwei Monate vorher Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Hepatitis A und B, Polio und Typhus vornehmen bzw. auffrischen zu lassen. Auch Schutz gegen Tollwut ist angeraten, da Indien die höchste Tollwutrate der Welt hat. Besprechen Sie mit ihrem Tropenarzt, ob Sie eine Malaria-Prophylaxe etwa drei Wochen vor der Reise beginnen sollten oder lieber ein Standby-Präparat für den Fall der Fälle mitnehmen. Für die kleine Reiseapotheke: Mückenspray, Sonnenschutz mit hohem Faktor, Schmerztabletten, Wundsalbe, Augentropfen, Desinfektions- und Durchfallmittel, Tampons, Heftpflaster, Antiallergikum.

Die beste Prophylaxe ist jedoch eine lockere Eingewöhnungsphase. Übernehmen Sie sich nicht in den ersten Tagen, schonen Sie sich in der brüllenden Mittagshitze. Lassen Sie Körper, Geist und Seele genug Zeit, sich an die fremde Welt, also auch an Hitze, Lärm, Armut und Dreck zu gewöhnen.

Und an ihr Gegenteil: Die auf OP-Temperaturen runtergekühlten Klimaanlagen in Luxushotels und Limousinen. Stets einen Pashmina-Schal oder einen Pulli zur Hand haben. Trinken Sie ausreichend Säfte und nur abgefülltes Mineralwasser (kein Leitungswasser, keine Eiswürfel). Trotz aller Vorsicht wird die Diarrhö immer mal wieder ihre Begleiterin sein.

Bei der Durchfallbekämpfung gibt es zwei Schulen: Der eilige Geschäftsreisende wird ihn mit heftigen Pillen auskurieren und bald Ruhe haben. Der Öko-Globetrotter lässt der Natur freien Lauf, was ein paar Tage dauern kann. Beide sollten viel trinken und mit einer Salzzuckerlösung der drohenden Dehydrierung vorbeugen. Auch wenn Indien längst nicht immer europäischen Hygienestandards genügt:

Die weitaus meisten Reisenden überstehen den exotischen Subkontinent kerngesund und ohne die kleinste Blessur

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Weiterreise

Es gibt auf dem Subkontinent die ungewöhnlichsten Transportmittel, um das Land zu erkunden: von der Fahrrad- oder Motorrikscha über den Pferde- oder Kamelkarren, Reitelefanten (Fort Amber), Taxis, Sammeltaxis, Bus, Eisenbahn, Jet und - komfortabel und durchaus bezahlbar - Leihwagen mit Chauffeur. Suchen Sie sich je nach Lust und Laune, Entfernung und Geldbeutel das Passende aus:

Inlandsflüge

sind im Verhältnis zu den riesigen Entfernungen relativ billig (Hin- und Rückflug zwischen Mumbai und Delhi circa 120 Euro). Jet-Airways-Flüge können auch aus dem Ausland online gebucht werden, andere Airlines akzeptieren oftmals keine ausländischen Kreditkarten. Indische Reisebüros sind sehr effizient und hilfsbereit und verlangen nur eine geringe Gebühr.

Züge

sind eine wunderbare und dazu noch spottbillige Art der Fortbewegung, allerdings nichts für eilige Reisende. Das komplizierte Buchungssystem, verschiedene Klassen, widersprüchliche Auskünfte und das Gewimmel auf den Bahnsteigen nervt manchmal selbst geübte Reisende. Einmal an Bord sollten Sie sich zurücklehnen und das pralle indische Leben um Sie herum genießen. Internet-Reservierungen über www.seat61.com, generelle Auskünfte www.indianrail.gov.in.

Ein Leihwagen mit Chauffeur oder ein Taxi für den ganzen Tag

ist in Indien oft sinnvoll, um Sehenswürdigkeiten abseits der Pfade zu besuchen - und durchaus erschwinglich. Ausländern, die das Land hinterm Steuer erkunden wollen, kann man angesichts des anarchischen indischen Straßenverkehrs nur abraten. Ohnehin übernimmt so gut wie keine Versicherung Haftung für Sie. Grund genug, sich einem ortskundigen Chauffeur anzuvertrauen. Rechnen Sie mit 2000 bis 4000 Rupien (30 bis 60 Euro) am Tag bei ca. 200 Freikilometern, Benzin inklusive für einen Leihwagen mit Chauffeur. Mit örtlichen Taxifahrern können Sie oft noch bessere Preise aushandeln. Mit weiteren Mitreisenden wird es noch günstiger.

Geld und Kreditkarten

Zurzeit (Stand: August 2011) erhalten Sie für 1 Euro ca. 64 Rupien. Die Wechselkurse an Flughäfen sind ein wenig günstiger als in den großen Hotels. Fast überall im Land finden Sie Bankomaten, wo Sie mit Ihrer Kredit- oder EC-Karte mit dem Maestro-Symbol bis zu ca. 220 Euro pro Tag Bargeld ziehen können (ca. ein bis drei Prozent Gebühr) - nicht allerdings mit einer neuen EC-Karte nur mit V-Pay-Logo.

Für Einkäufe gilt die alte Faustregel: Auf Basaren und Märkten bar zahlen und kräftig feilschen. In teuren Geschäften und Boutiquen klaglos die Kreditkarte zücken.

Hotels und Unterkünfte

Hotels und Unterkünfte gibt's für jeden Geschmack und jedes Budget, von der stickigen, moskitoverseuchten Herberge bis zum schnuckeligen Guesthouse, vom mondänen Intercontinental mit Dachgarten und Nachtclub bis zum prunkvollen Maharadscha-Palast mit Schwimmbad im Park.

Manche Backpacker übernachten schon für 100 oder 200 Rupien in einem sehr einfachen Quartier. In diesem Billigbereich bis 500 Rupien sind privat geführte Guest Houses eine Alternative, selbstverständlich muss man sich hier an die Sitten des Hausherren wie Schuhe ausziehen und frühes Zubettgehen anpassen. In der Tourist Class (600 bis 2500 Rupien) kann man ein sauberes, ordentlich möbliertes Zimmer mit heißer Dusche und meist dürftigem Frühstück erwarten.

First-Class-Hotels ab 2500 Rupien aufwärts finden Sie in allen größeren Städten; Kabelfernsehen und Internet sind meist vorhanden. In den Luxushotels in Dehli, Bangalore oder Mumbai zahlen Sie europäische Preise von 200 Euro aufwärts. Die prächtigsten Herbergen sind im Besitz der indischen Taj-Gruppe (Tata) und der Familie Oberoi, viele der älteren Hotels atmen noch kolonialen Flair. Zu teuer zum Schlafen? Alternative? Einfach nur Tee trinken in einem der legendären Taj-Hotels.

Hilfreiche Websiten

www.india-tourism.com: Gutes Infoangebot des Indischen Fremdenverkehrsamtes mit Routenplaner, Stadtführer, Hoteladressen.

www.incredibleindia.org: Die unglaubliche Seite der Indischen Tourismusbehörde mit viel Bildern und Tipps.

www.bestindiansites.com: Links zu indischen Websites, Heiratsannoncen, IT-Sektor.

www.jetairways.com : Populäre indische Privat-Airline, die in Europa auch London anfliegt.

www.indianrail.gov.in: Indien in vollen Zügen, Fahrpläne, Fahrpreise; Online-Buchungen: akzeptiert keine ausländischen Kreditkarten.

www.inderNett.info: Amüsanter Newsletter über Indien von A bis Z mit vielen Reise- und Kulturtipps, Schwerpunkt Kerala.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.