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Tierschutz: Tourismusverband in Südafrika nennt Elefantenreiten "inakzeptabel"

Elefantenreiten gehört in Südafrika zu den großen Touristenattraktionen. Der Tourismusverband fordert seine Mitglieder auf, auf diese Angebote zu verzichten – verbieten kann er sie allerdings nicht.

Elefantenreiten

Elefanten, die zum Reiten abgerichtet sind, leiden oft unter ihren Lebensbedingungen

Picture Alliance

Wer zum Urlaub in ein afrikanisches Land fährt, tut dies oft auch wegen der faszinierenden Tierwelt. Dabei vergessen viele Tierliebhaber allerdings, dass die Tiere unter touristischen Angeboten oft sehr zu leiden haben. In Südafrika hat der Tourismusverband nun neue Regeln für den Umgang mit Wildtieren aufgestellt. Unter anderem soll auch das beliebte Elefantenreiten in Zukunft nicht mehr angeboten werden.

Die Southern Africa Tourism Services Association (SATSA) reagiert damit auf die zunehmende Kritik von Tierschützern. Die Haltung und Versorgung der Tiere geschieht oft nicht artgerecht. In einem Leitfaden gibt der Verband Empfehlungen an seine etwa 1200 privaten Tourismuseinrichtungen, die ab Juli gelten sollen.

Südafrikanischer Tourismusverband: Elefantenreiten "inakzeptabel"

Elefantenreiten wird dort als explizites Negativbeispiel aufgeführt. Es sei "lediglich zum Zweck der Freude und Erfahrung nicht gerechtfertigt", heißt es dort, auch wenn der Erlös der Versorgung und dem Schutz der Tiere zugutekomme. Es gehe dabei nicht nur um das Wohl der Art, sondern auch um das Wohl des einzelnen Tieres. Das Elefantenreiten wird deshalb in dem Leitfaden unter den Aktivitäten klassifiziert, die "inakzeptabel" seien.

Links steht ein Mann mit braunem Haar und Vollbart neben einem Elefanten, rechts ein grauhaariger Mann mit Brille

Als Begründung gibt der Verband an, dass es für die Tiere unnatürlich sei, Menschen auf ihrem Rücken sitzen zu haben. Außerdem könnten die Elefanten dabei verletzt werden. Auch das Training, mit dem die Tiere zum Reiten abgerichtet werden, sei oft schmerzhaft. Für die Menschen habe das Reiten zudem keinerlei pädagogischen Mehrwert, es gehe lediglich um Spaß und ein ungewöhnliches Erlebnis. Neben dem Reiten auf Wildtieren setzt der Verband auch Tiershows, das Streicheln von jungen Wildtieren und Raubtieren sowie Spaziergehen mit Raubtieren auf den Index.

Richtlinien zum Umgang mit Wildtieren – aber keine Verbote

Das bedeutet allerdings nicht, dass es in Zukunft in Südafrika tatsächlich keine touristischen Angebote mehr geben wird, bei denen Tiere zu Schaden kommen. Der Tourismusverband spricht lediglich Empfehlungen an die Einrichtungen aus, hat aber keinerlei Weisungsbefugnis – das betont auch die aktuelle Broschüre. Der Verband hofft aber darauf, dass die Anbieter in dem Land nun bessere Leitlinien an der Hand haben, mit denen sie im Zweifelsfall schnell und sicher zum Wohl der Tiere entscheiden können. Mitglieder, die sich nicht daran halten, können ausgeschlossen werden.

Es liege in den Händen des Marktes, eine Veränderung herbeizuführen, schreiben die Autoren des Leitfadens. Ob diese Veränderung sich wirklich einstellt, bleibt aber fraglich – schließlich sind touristische Angebote wie das Elefantenreiten in Südafrika ein lukrativer Wirtschaftszweig.

Quelle: "SATSA"

epp

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