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Inhaftiert wegen Diebstahls: Tourist findet in Thailand ein Handy – das bringt ihn ins Gefängnis

Ein englischer Backpacker findet in Thailand ein Handy auf der Straße – und will es ins Fundbüro bringen. Doch die Gesetze des Landes machen aus dem ehrlichen Finder einen Dieb.

Chiang Mai flughafen

Der Tourist fand das Telefon am Flughafen in Chiang Mai

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Andere Länder, andere Sitten – und auch andere Gesetze. Für Ausländer kann die Rechtslage in Urlaubsländern schnell zum Stolperstein werden, vor allem dann, wenn man in einem völlig anderen Kulturkreis als dem eigenen unterwegs ist. Manchmal landen Touristen aus Dumm- oder Trunkenheit (oder beidem) hinter Gittern, mal einfach aus Unwissenheit.

Chris Dodd, ein 29-jähriger Engländer, musste diese bittere Erfahrung in Thailand machen. Im Rahmen seiner Backpacker-Reise durch Südostasien besuchte Dodd auch das als Urlaubsland beliebte Königreich. Eigentlich wollte er nur kurz bleiben. Am Ende wurden es 48 Tage – davon zwölf im Gefängnis.

Thailand: Engländer wegen Diebstahls verhaftet

Sein Vergehen: Diebstahl. Zumindest wurde ihm das von den thailändischen Behörden vorgeworfen. Dodd hatte am Flughafen ein Handy gefunden und an sich genommen, weil er es nach eigenen Angaben nach dem Einchecken im Hostel in einem Fundbüro abgeben wollte. Was er nicht wusste: Gemäß der Gesetze in dem Land ist es nicht erlaubt, etwas, was einem nicht gehört, von einem Ort zum anderen zu transportieren – selbst das gilt schon als Diebstahl.

Dodd wurde von der Polizei festgenommen und inhaftiert – im Gefängnis wurden ihm sogar seine Dreadlocks abgeschnitten. "Niemand konnte Englisch, es war wirklich einschüchternd. Du musst um einen Schlafplatz auf dem Boden kämpfen", beschrieb er der BBC seine Haftzeit. Erst nach zwölf Tagen kam er wieder frei. Spender hatten mit einer Crowdfunding-Kampagne die geforderten 20.000 Pfund Kaution für ihn gesammelt. Dennoch durfte er das Land noch nicht verlassen, da sein Pass einbehalten worden war. 

Rückkehr nach sieben Wochen

Erst nach sieben Wochen konnte Dodd wieder nach England zurückkehren. Im Falle einer Verurteilung hätten ihm fünf Jahre Haft gedroht. Zu Hause nahm ihn sein Vater überglücklich in Empfang. "Es ist eine riesige Erleichterung", sagte er der "Daily Mail". Die Familie hatte große Teile der Ersparnisse in die Kosten für Anwälte und Kaution investiert – und zeigte sich besonders dankbar für die Spenden, die Dodd zugute kamen: "Ohne die hätte ich wohl unser Haus verkaufen müssen", meinte der Vater.

Quellen: BBC / "Daily Mail" 

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epp
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