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Vom Lake Turkana nach Kisoro: Mitten im Niemandsland

Mitten in der Wüste und kein Treibstoff... Wir landen auf einer weiten Ebene und machen uns auf die Suche nach Sprit. Schließlich finden wir einige Fässer - können sie aber nicht öffnen.

Nach einem Tag Pause bei Wolfgang in der Oasis Lodge sind wir vom Lake Turkana aufgebrochen und am Vulkan vorbei gen Süden und nach Nanyuki geflogen. Wir mussten auf dem Weg sogar zwei Mal tanken, da wir uns unterwegs viel angeschaut haben und so schon am Lake Turkana der Sprit leer war. Dort konnten wir uns vom Tank der Begleitmaschine Cessna Caravan bedienen.

Unterwegs haben wir uns das erste Mal noch einmal vom Tank der Caravan bedient, und zwar mitten in der Wüste beim Logipi-See. Da es weit und breit keine Landebahn gibt, sind wir mit dem Chopper sowie auch die Caravan einfach mitten auf einer großen, weiten Ebene gelandet. Um uns herum gab es kilometerlang gar nichts...

Das war auch gut so, denn der Boden war etwas weicher als erwartet, und die Caravan brauchte mehr als zwei Kilometer, um wieder in die Luft zu kommen. Das schafft sie normalerweise voll getankt und gepackt nach 700 Metern. Es hätte also auch schief gehen können.

Kurze Zeit später mussten wir noch einmal auftanken und diesmal hatte uns ein Freund die Koordinaten von zwei Fässern des Treibstoffs JET A1 gegeben, die irgendwo in der Nähe eines Maasai-Dorfes stehen sollten.

Sprit durch das Belüftungsloch

Und so sind wir wieder mitten im Niemandsland gelandet. Doch die Fässer standen nicht wo beschrieben und von den Maasai, die neugierig näher kamen, konnte auch keiner ein Wort Englisch. Erst nach einer halben Stunde Suche haben wir dann im anderen Teil des kleinen Dorfes ein paar Fässer gefunden... Super!

Doch wir haben die Fässer nicht aufbekommen mit den uns zur Verfügung stehenden Werkzeugen. Denn die waren dummerweise im Caravan. Und auch der immer am Gürtel hängende Leatherman konnte hier nicht weiterhelfen... Doch durch das Belüftungsloch haben wir dann ganz langsam rund 150 Liter aus einem Fass herausgesaugt - gerade genug, um bis zur nächsten offiziellen Tankstelle in Nanyuki zu fliegen.

Schnee auf dem Mt. Kenya

Dort haben wir Ben Simpson, einen lokalen Helikopterpiloten, zu einem kurzen Rundflug zum Mt. Kenya eingeladen. Der Berg ist ab dem Mittag meistens von Wolken verhangen, deshalb ist es besser, mit einem erfahrenen Piloten höher als 5000 Meter zu steigen. Außerdem ist Ben ein guter Freund, und es war schön, ihn wiederzusehen. Am Berg hatte es gerade frisch geschneit. Die Gegensätze sind schon extrem: morgens in der Wüste, mittags in 5000 Meter Höhe am Mt. Kenya. Am Nachmittag ist Ben dann noch zu uns ins Joy Camp gekommen und hat mit uns ein paar Luftaufnahmen von Heli zu Heli gemacht. Dann sind wir ganz wunderschön auf einer Bergspitze gelandet und haben uns den Sonnenuntergang angesehen. Am nächsten Tag sind wir über Mittag via Kisumo, Entebbe (wer kann sich nicht an Idi Amin erinnern?), nach Kisoro bei den Virunga-Vulkanen in Uganda geflogen. Dort wollen wir am nächsten Morgen zu den Gorillas wandern.

Michael Poliza
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