Wellness Stopover zum Wohlfühlen


Singapur rühmt sich stolz, die "Wellnesshauptstadt der Welt" zu sein. Mehr als 400 Spas und Massagesalons gibt es im Stadtstaat - genug, um jeden Tag des Jahres woanders zu entspannen.
Von Helge Bendl

Relaxt am Flughafen? Doch, das geht. Und es liegt nicht daran, dass der Changi-Airport in Singapur wohl der einzige Ort der Welt ist, an dem man bei der Passkontrolle angelächelt wird und außerdem auch noch Bonbons bekommt (Zitrone schmeckt am besten). Schon ein paar Meter vom Gate entfernt locken einen Schilder zur Nackenmassage oder, wer es lieber traditionell chinesisch haben will, zum Walken der Füße. Auf der Dachterrasse gibt es ein Schwimmbad mit Jacuzzi, Sauna und Fitnesscenter. Ideal, wenn man ein paar Stunden bis zum Anschlussflug überbrücken muss. Doch warum nicht gleich zum Entspannen in die Stadt fahren? Das ist nämlich kein Widerspruch, allen (wahren) Shopping-Klischees zum Trotz.

Eigentlich könnte man sagen, dass in Singapur Day-Spas derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen. Wenn sich dieser Vergleich nicht aus hygienischen Gründen verböte und die Einrichtungen nicht, wie alles im Stadtstaat, sauber und sicher wären. Multi-Kulti macht Singapurs Flair aus, und der Mix der Kulturen spiegelt sich auch in der Wellnesslandschaft wieder. Im Bezirk Little India rührt Spa-Besitzer Vaasuhi noch jeden Morgen die Öle für seine Ayurveda-Massagen selbst an (www.mayurispa.com). Dagegen spiegelt das Spa im fünften Stock des Paragon-Einkaufszentrums all den modernen Glitzer wieder, der unten in der Orchard Road die Schaufenster beherrscht (www.andanaspa.com). Mit einem Garten lockt auf der per Drahtseilbahn erreichbaren Freizeit-Insel Sentosa der versteckte "Spa Botanica" - ob im Labyrinth oder an einem der vielen kleinen Pools, hier ist es grün, leise und kühl (www.spabotanica.com). Mitten im geschäftigen Zentrum haben Hotels wie das Ritz-Carlton Millenia (www.ritzcarlton.com) oder das Mandarin Oriental (www.mandarinoriental.com) kleine aber feine Wellnesscenter eingerichtet - für eine einstündige Massage muss man hier mit etwa 50 Euro rechnen. Koloniales Flair gibt es nur im Raffles Hotel dazu - das dortige Amrita Spa ist viel intimer als das im benachbarten Hotel Raffles the Plaza (www.amritaspas.com).

Geheimtipp Bintan

Den wohl besten und zugleich exklusivsten Ort zum Entspannen findet man indes nicht in Downtown Singapur und auch nicht auf der vorgelagerten Insel Sentosa. Zehn Minuten braucht das Taxi vom Flughafen zum Fährterminal, und in 45 weiteren Minuten bringt einen ein schneller Katamaran zur indonesischen Insel Bintan. An deren grell-weißen Sandstränden erholen sich nicht nur sonnenhungrige Tagesausflügler, sondern man kann hier auch gut ein paar Tage länger ausspannen und den Windsurfern zusehen - von Montag bis Freitag ist es nicht nur ruhiger, sondern auch preiswerter als am Wochenende (www.bintan-resorts.com).

Klimatisierte Cabanas in der Kokosplantage am Meer gibt es schon ab 45 Euro pro Nacht (www.manamana.com), die Krönung der Resortlandschaft sind indes die Villen des Banyan Tree Bintan, alle mit privatem Pool oder Jacuzzi (www.banyantree.com). Als der Spa des Luxushotels gebaut wurde blieben einige alte Bäume stehen - sie wachsen nun durch die Behandlungsräume hindurch. Pflicht ist hier die Anwendung "Royal Banyan", unter anderem mit einer von der hauseigenen Spa Academy entwickelten Massage. Wer sich nicht immer nur mit Ölen beträufeln lassen möchte sollte das "Rainmist Package" wählen - es bietet nicht nur die Impressionen eines warmen tropischen Regenschauers, sondern auch Anwendungen mit Kokosmilch und Avocadocreme.

Oase der Ruhe

Beim zweitägigen Programm "Spa Ryokan" stehen sogar private Butler bereit, die einen von allen irdischen Zwängen abschirmen: Sie weihen die Gäste in die Geheimnisse des Yoga ein und servieren in den Pausen zwischen Massagen, Rasuren, Gesichtsbehandlungen und Blütenbädern auch noch leichte Gourmet-Küche wie Lobster Ceviche oder Rinderfilet mit leichtem rotem Curry. Hinter den Wörtern "Javanese Lulur" und "Balinese Boreh" verbirgt sich dann das Geheimnis der Schönheit vieler indonesischer Frauen. Wenn man dann mit einem Glas Ingwertee der untergehenden Sonne hinterhersieht hat man sie zumindest für ein paar Urlaubstage gefunden, und das ganz nahe an Singapur: die Oase der Ruhe.


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