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Das Leben ist nicht nur Instagram: Erst den Job schmeißen für die Weltreise, dann Toiletten schrubben

Traumstrände, exotische Landschaften und Begegnungen mit Menschen - seit einem halben Jahr zieht ein Paar um die Welt. Doch ihr Trip sieht nicht nur rosig aus, sondern ist mit Knochenarbeit verbunden.

Die beiden Südafrikaner hatten Karriere in der Werbebranche gemacht und ein Luxusleben in Südafrika geführt. Doch sollte das schon alles gewesen sein? Deshalb hängten Chanel Cartell und Steve Dirnberger alles an den Nagel, kündigten Jobs und Wohnung und beschlossen etwas zu unternehmen, das der Traum vieler anderer ist: eine Weltreise.

Seit einem halben Jahr sind sie nun unterwegs. Berlin, Skandinavien und Südeuropa lauten einige der Stationen. Auf ihrem Instagram-Account haben sie Selfies von ihren Traumorten veröffentlicht, wobei stets eine schwarze Tafel mit der aktuellen Kilometerangabe der zurückgelegten Strecke ins Bild gehalten wird. Mehr als 25.000 Kilometer sind sie inzwischen rumgekommen.

Die Wahrheit einer Weltreise

Doch der jüngste Beitrag auf ihrem Weltreise-Blog "How Far From Home" widmet sich nicht den Sehenswürdigkeiten von Florenz, wo sie sich gerade aufhalten, sondern zieht eine Art Zwischenbilanz ihres großen Abenteuers. Unter der Überschrift "Why we quit our jobs in advertsing to scrub toilets" verraten sie die Schattenseiten ihrer Weltreise. "Genau sechs Monate nach unserem Aufbruch, empfinde ich es als notwendig, dass wir die hässlichere Seite unserer Reise mit euch teilen", so beginnt ihr aktueller Eintrag.

"Beim Blick auf unsere Blogbeiträge und unsere Instagram-Bilder scheint es, dass wir die beste Zeit unseres Lebens haben. Und versteht mich nicht falsch - das tun wir. Es ist verdammt toll. Aber es ist nicht alles nur Eis in der Sonne und schöne Landschaften genießen. Nein. Bis jetzt haben wir 135 Toiletten geschrubbt, 250 Kilogramm Kuhmist verteilt, zwei Tonnen Steine geschaufelt, 60 Meter Gehweg verlegt, 57 Betten gemacht, und ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie viele Weingläser wir poliert haben."

Mit niemandem tauschen mögen

Wir sollen uns von den schönen Fotos nicht täuschen lassen. Denn im Alltag ernähren sich die Weltreisenden von Marmelade auf Crackern, schlafen jede Nacht kaum länger als fünf Stunden und müssen nachts um ein Uhr mit schwerem Gepäck durch die Straßen ziehen, um Geld für das Taxi zu sparen. "Es ist mühsam und harte Drecksarbeit", so lautet ihr Fazit nach sechs Monaten Unterwegssein.


Doch sie denken nicht daran, ihre Weltreise abzubrechen. "Nichts ist besser als ein millionenschweres Werbebudget gegen das Putzen von Toiletten einzutauschen, um etwas in Demut über das Leben zu lernen und die Bedeutung, jeden Tag so zu leben, als ob es Dein letzter wäre", heißt es am Ende ihres Eintrags.

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