Grand Hotel Rimini Acht Lire für ein Doppelzimmer


Es ist ein Ort der Übertreibungen, des pompösen Lebensstils und der illustren Gäste. Das "Grand Hotel" in Rimini hat ein Jahrhundert europäische Geschichte erlebt.
Von Christian Weiß

Das "Grand Hotel Rimini" wurde vom südamerikanischen Architekten Paolo Somazzi entworfen und am 1. Juni 1908 offiziell eröffnet. Im ausufernden Liberty-Stil, der italienischen Variante des Jugendstil, wurde der Prunkpalast an die Uferpromenade gesetzt. Einfach nur "Grand Hotel" nannten es die Besitzer, nicht etwa "Grand Hotel Palace" oder "Grand Hotel Excelsior". Damit wollten sie von Anfang an deutlich machen, dass dies die beste Adresse in Rimini ist und es eine bessere nue geben werde. Das lag im Trend der Zeit.

Vor hundert Jahren war das Reisen weitgehend das Privileg einer schmalen Oberschicht. Für diese war tadellose Bedienung, stilvolles Ambiente und exzellente Küche selbstverständlich. Es war die Epoche von Cäsar Ritz. Und Rimini, wohin vor allem die blaublütige Klientel aus Ost- und Mitteleuropa zur Sommerfrische fuhr, wetteiferte mit Cannes und Nizza um das Renommée des feinsten Badeortes am Mittelmeer.

Zwischen den kleinen Fischerhäuschen wurde das edle Gebäude schnell zur Anlaufstelle für Adel und Prominenz. Das "Grand Hotel" machte Rimini auf einen Schlag zum Mekka der europäischen High Society: Königinnen, Scheichs, Emire, alle kamen sie in das Dorf an der Adria. Bald folgten die Reichen und Schönen, aber auch die Touristen. Und mit ihnen das Geld, die Bikinis und knappen Röcke.

In den ausführlichen Bildlegenden der Fotostrecke finden Sie auch Hinweise zu den Übernachtungspreisen.


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