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Ärger mit betrunkenen Gästen: Oktoberfest: Wie Randalierer im Hotel zur Kasse gebeten werden

Grapschereien, Maßkrugschlägereien und vollgekotzte Teppichböden. Die Wiesn hat auch ihre Schattenseiten. In Hotels kommt es zu Sachbeschädigungen. Dem stern liegt eine Preisliste vor, mit welchen "Extrareinigungs"-Aufschlägen Randalierer rechnen müssen.

Böses Erwachen nach dem Ausschlafen des Rausches beim Oktoberfest: Sollte eine "Extrareinigung" des Zimmers notwendig sein, kommen Zusatzkosten auf die Gäste zu.

Böses Erwachen nach dem Ausschlafen des Rausches beim Oktoberfest: Sollte eine "Extrareinigung" des Zimmers notwendig sein, kommen Zusatzkosten auf die Gäste zu.

Jedes Jahr dasselbe Ritual: Ab Mitte Oktober klettern die Hotelpreise in München. Noch eine Woche vor dem Oktoberfest kostet eine Übernachtung durchschnittlich 138 Euro. Am besonders beliebten "Italienerwochenende" muss man allerdings im Schnitt mit 359 Euro pro Zimmer rechnen, wie das Magazin "Tophotel" meldet.

Für die Münchner Hoteliers bedeuten die Wiesn nicht nur ausgebuchte Häuser und ein Bombengeschäft. Die Oktoberfesttage - 17 in diesem Jahr - sind für sie Ausnahmetage, auch was die Kundschaft angeht. Statt des üblichen Gästemix von Geschäftsleuten und Städtetouristen in der übrigen Zeit des Jahres, mieten sich München-Besucher in den Unterkünften ein, die aus allen Teilen der Welt aus nur einem Grund in die bayerische Landeshauptstadt reisen: zum Saufen.

"Wenn abends die Wiesn-Besucher in der Lobby auftauchen, sind nur die wenigsten nüchtern", berichtet der Geschäftsführer eines Hotels in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs. Wenn sie nur angeschickert sind, sei das noch harmlos. Manche von ihnen wissen sich gar nicht mehr zu benehmen. Durch den hohen Bierkonsum sind sie dermaßen neben der Rolle, dass es regelmäßig zu Sachbeschädigungen kommt - auf Kosten der Zimmereinrichtung.

750 Euro für Teppichbodentausch

"Ein Teil unserer Räumlichkeiten ist nach dem Oktoberfest renovierungsbedürftig", sagt der Hotelbesitzer, der nicht genannt werden möchte. Für die von den Gästen verursachten Schäden gibt es längst eine interne Aufstellung, in der die Zusatzkosten für die Schäden festgelegt sind.

Diese Liste, die dem stern vorliegt, beginnt mit 85 Euro für "Spezialreinigung öffentlicher Bereich (Erbrechen)" und endet bei 750 Euro für "Teppichbodentausch (nicht mehr zu reinigen)". Für das "Rauchen in Nichtraucherzimmern" werden 250 Euro berechnet. Dann gibt es Gegenstände, die anscheinend regelmäßig beschädigt werden: "Nachttischlampe zerstören: 150 Euro" oder "TV-Gerät zerstören durch Schlag od. ähnlich: 550 Euro".

Ein weiterer Punkt ist der unpflegliche Umgang mit den Betten, sei es durch Brandflecken oder Schäden durch Flüssigkeiten, egal welcher Art. Ohne ins Detail zu gehen, lauten die Positionen: "Matratze verschmutzen: 100 Euro". Eine unbrauchbar gewordene Matratze wird abhängig von der Größe berechnet: 90 x 200 Zentimeter mit 380 Euro, 140 x 200 Zentimeter mit 480 Euro und 180 x 200 Zentimeter mit 700 Euro.

Der Zusatzbetrag für das grobe Verhalten mit Sachbeschädigung wird den Gästen von der Kreditkarte abgebucht. Die meisten Münchner Hotels lassen sich eh die Logierkosten im Voraus bezahlen, unmittelbar nach der Reservierung. Nach der Rückkehr gibt es dann mit der Kreditkartenrechnung im Briefkasten ein böses Erwachen.

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