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Polizeikontrollen in München: Nach Wiesn-Besuch: Hunderten von E-Scooter-Fahrern wird der Führerschein abgenommen

Beim Oktoberfest hat es in diesem Jahr einen Rekord an Alkoholfahrten gegeben. Ein Grund waren die neuen E-Tretroller, die in viele Unfälle verwickelt waren. Neben der Polizei haben auch die Wiesn-Wirte Bilanz gezogen.

Halt, Stop, Polizei: 254 E-Scooter-Fahrer verloren bei Verkehrskontrolle in München auf der Stelle ihren Führerschein.

Halt, Stop, Polizei: 254 E-Scooter-Fahrer verloren bei Verkehrskontrolle in München auf der Stelle ihren Führerschein.

DPA

Traurige Bilanz am Ende des Oktoberfestes, was den Straßenverkehr angeht: Die Polizei hat in den beiden Festwochen 774 Verkehrsteilnehmer angehalten, die alkoholisiert waren. Davon waren 414 auf E-Scootern unterwegs, wie die Polizei am Sonntag zum Abschluss des Volksfestes berichtete. 

Bei 469 Verkehrsteilnehmern wurde der Führerschein sogar sofort sichergestellt, davon wiederum 254 E-Scooter-Fahrer. Die Regelungen für die E-Tretroller würden vermutlich auch deshalb nicht eingehalten, da die Fahrzeuge nicht als ernstzunehmendes Verkehrsmittel betrachtet würden, sagte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins. Viele sähen in den Rollern ein Lifestyle-Produkt oder Spielzeug - und nutzten sie entsprechend.

Diese Regeln für E-Roller sollten Sie beachten

Absperrungen für E-Scooter

Aber auch viele Autofahrer hätten noch nicht verstanden, dass die Polizei nicht nur auf der Wiesn selbst unterwegs sei, sagte da Gloria Martins. Denn auch bei den sonstigen Alkoholfahrten gab es eine Zunahme: 360 Autofahrer wurden alkoholisiert erwischt, im Vorjahr waren es 332 gewesen. Bei 215 wurde der Führerschein sofort sichergestellt (2018: 192).

Beamte und Sicherheitskräfte mussten zudem 1100 Scooter-Fahrer an den Sperrzonen rund um das Festgelände abweisen - für die Roller galten dieselben weiträumigen Straßensperrungen rund um das Volksfest wie für Autos. Während der Wiesnzeit gab es im Münchner Stadtgebiet 21 Unfälle mit E-Scootern, dabei wurden 15 Menschen verletzt. Bei 13 Unfällen war Alkohol im Spiel.

Das Oktoberfest am Ende in Zahlen

Die Oktoberfest-Gäste tranken nach Angaben der Brauereien mit 7,3 Millionen Maß Bier - 200.000 Maß weniger als im vergangenen Jahr. Schlechte Karten hatten auch diesem Jahr wieder Andenkenjäger und Bierkrugsammler in den Festzelten: Aufmerksame Ordner nahmen ihnen 96.912 Bierkrüge in den Zelten und an den Ausgängen des Festgeländes ab.

Die Landespolizei zeigte sich mit dem Festverlauf zufrieden und berichtete von einem normalen Oktoberfest. Die Zahl der erfassten Straftaten insgesamt ging mit 914 leicht zurück, bei den Taschendiebstählen verzeichneten die Beamten sogar einen deutlichen Rückgang von 174 auf 133.

Dagegen stieg die Zahl der Körperverletzungen um knapp drei Prozent auf 263 an. Zudem verzeichneten die Polizisten 45 Sexualdelikte, drei mehr als im vergangenen Jahr.

tib mit Agenturen