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Graubünden in der Schweiz Mutiertes Coronavirus: Zwei Luxushotels in St. Moritz unter Quarantäne gestellt

Unter Quarantäne: die Gäste des Grand Hotel des Bains Kempinski in St. Moritz
Sehen Sie im Video: Zwei Luxushotels in St. Moritz unter Corona-Quarantäne.




Die Bergidylle trügt. Denn auch in dem renommierten Schweizer Skiort St. Moritz auf fast 2000 Metern Höhe ist man vor dem Corona-Virus nicht sicher. Nachdem rund ein Dutzend Personen positiv getestet wurden, haben die Behörden verfügt, dass die Mitarbeiter und Gäste zweier Luxushotels in dem Ort unter Quarantäne gestellt werden. Dazu der Leiter der Engadiner Coronavirus Task Force, Christian Gartmann am Montag: "Die Stadt hat in Absprache mit dem kantonalen Gesundheitsamt, Maßnahmen ergriffen. Dort werden die beiden Hotels mit ihrem Personal und den noch anwesenden Gästen unter Quarantäne gestellt. Das betrifft etwa 400 Personen." Unter den Betroffenen sind rund 300 Angestellte der Luxushotels, sowie etwa 100 Gäste. Die Quarantäne gilt für 10 Tage. Auch Schulen und Skischulen blieben in dem 5200 Einwohner zählenden Ort im Engadin vorerst geschlossen. Die Schweiz wurde dafür kritisiert, dass sie trotz der Pandemie die Wintersaison mit geöffneten Pisten und Skiliften eingeläutet hat.
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Ausgerechnet im mondänen Wintersportort St. Moritz häufen sich die Infektionen mit einer Corona-Variante aus Südafrika. Das Gesundheitsamt ist besorgt, die Schulen werden geschlossen. Die Bevölkerung soll zu Massentests.

Die Polizei kontrolliert die Zufahrt zu einer der ersten Adressen im Schweizer Nobelort, dem Grand Hotel des Bains Kempinski in St. Moritz. Gäste dürfen aus dem Fünf-Sterne-Hotel nur abreisen, wenn sie einen negativen Covid-19-Test vorzeigen können.

Auch vor dem anderen berühmten Luxushotel von St. Moritz, dem burgähnlichen Badrutt’s Palace, ist die Situation ähnlich: In den beiden Häusern seien rund ein Dutzend Corona-Fälle entdeckt worden, teilte Rudolf Leuthold mit, der Chef des Gesundheitsamtes von Graubünden.

"Das Gesundheitsamt ist besorgt: Die Virusmutation ist deutlich ansteckender als die Variante, die bisher weltweit vorherrscht", heißt es in einer Medienmitteilung der Kommunikationsstelle Coronavirus des Kantons. "Das Gesundheitsamt empfiehlt den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Gästen dringend auf alle nicht notwendigen Kontakte mit anderen Personen zu verzichten und die geltenden Abstands- und Hygieneregeln konsequent einzuhalten."

Bei dem unter Mitarbeitern festgestellten Virus handelt es sich um die südafrikanische Variante. Wie es zu den Ansteckungen trotz der umfangreichen Hygienemaßnahmen gekommen ist, wird noch abgeklärt. Das Badrutt's Palace hatte von seinen anreisenden Gästen sogar den Nachweis eines negativen Corona-Tests verlangt. Beide Hotels wurden unter Quarantäne gestellt.

95 Gäste in den Hotels betroffen

Am Montag wurden nach Angaben der Bündner Regierung mehr als 400 Personen in beiden Häusern getestet , darunter sind auch 95 Gäste. Am Dienstag werden in der Gemeinde St. Moritz Flächentests für die Bevölkerung durchgeführt. "Das Gesundheitsamt empfiehlt der Bevölkerung und den Gästen von St. Moritz dringend, an diesem Test teilzunehmen", heißt es von den Behörden.

Gehört zu den Swiss Historic Hotels: Das 1896 eröffnete Badrutt’s Palace Hotel in St. Moritz
Gehört zu den Swiss Historic Hotels: Das 1896 eröffnete Badrutt’s Palace Hotel in St. Moritz
© Arno Balzarini / Picture Alliance

"Die Stimmung im Hotel ist relativ entspannt", sagte ein Gast aus Zürich im Hotel Kempinski dem Newsportal "20min.ch". Die Restaurants seien geschlossen, aber die Gäste können gratis den Room-Service in Anspruch nehmen, bis ihr negatives Covid-19-Testergebnis vorliegt. Alkoholische Getränke und Kaviar seien bei dem kostenlosen Service allerdings ausgeschlossen.

Die Skischulen in St. Moritz haben ab sofort ihren Betrieb eingestellt. Auch die Schulen und Kindertagesstätten bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Im ganzen Ort ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes obligatorisch.

Die Jungfraubahn am Fuße der verschneiten Eiger Nordwand.

Dass ausgerechnet zwei Luxushotels unter Quarantäne gestellt werden müssen, trifft nicht nur St. Moritz und Graubünden zur Unzeit, sondern den Wintertourismus in der gesamten Schweiz. Dennoch: Die Skigebiete in der Region St. Moritz bleiben weiterhin offen.

Quellen: www.gr.ch,www.nzz.ch, www.srf.chwww.20min.ch

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tib

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