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Retrotrend: Die Hauptstadt steht auf Minigolf

Minigolf ist was für Spießer? Das war einmal. Mit künstlichem Strand und Bar werden Berliner Minigolfplätze szenetauglich.

Der Retrotrend lässt grüßen: Die Berliner Szene hat das Minigolf-Spielen entdeckt. Im Bezirk Mitte öffnet am Samstag ein "Freestyle"-Club. Auf dem Gelände einer ehemaligen Lastwagen-Werkstatt sind fünf Bahnen aufgebaut, die anders aussehen als üblich. Statt eines Metall-Loopings werden Bäume, eine Jeans oder Autoreifen zum Hindernis im Parcours. An der Bar gibt es Latte Macchiato und Sandwiches, im aufgeschütteten Sand warten Liegestühle, dazu klingt HipHop aus den Boxen. Die Anlage hat das Flair einer Strandbar - und das ist gewollt. Nach Tischtennis und Kegeln könnte Minigolf die nächste Sportart sein, die szenekompatibel wird.

Kindergeburtstag und 80er

Viele verbinden mit Minigolf Kindergeburtstage der 80er Jahre und gepflegte Langeweile. Zuletzt machten einige Anlagen einen etwas verstaubten Eindruck. "Der Sport lag total danieder", sagt Christoph Kamps (34), einer der Gründer des "EDC Minigolfclubs" in der Linienstraße. Kamps und sein Partner Alf Arnold (30), die beide Werber sind, wollten die Loungekultur beleben. "Nur sich rumfläzen in der Strandbar, das war uns zu langweilig." Also gründeten sie den Verein "Freunde des Minigolfs". Was sie auf dem Gelände fanden, wurde einbezogen. So dienen Bäumchen auf der Bahn als Hindernis, ein Parcours führt auf eine ausrangierte Hebebühne.

Für eine einmalige Gebühr von sieben Euro kann man Mitglied werden, danach kostet ein Schläger pro Tag zwei Euro. Gespielt wird mit echten Golf-Schlägern, mit denen sich tatsächlich besser schlagen lässt als mit der üblichen Minigolfausrüstung. Mit einem sanften Plopp rollt der Ball über die Bahn - und bleibt am Hindernis, einer Jeans mit eingebauten Röhren, hängen. Auch beim "Freestyle" muss man viel üben. Wer gut ist, schafft eine Bahn mit zwei Schlägen. Als Outfit wünschen sich Kamps und Arnold Jeans und Polohemd, aber ganz so eng sehen sie es nicht.

Geschichte des Minigolfs

Die beiden haben auch in Sachen Minigolf geforscht: Erste Ansätze gab es demnach um 1920, danach war der Sport besonders in Amerika beliebt. 1953 baute der Schweizer Paul Bogni in Locarno den ersten genormten Bahnen-Golfplatz für Jedermann. In Deutschland gründete sich in den 50er Jahren der erste Verein, seit 1972 gibt es einheitliche Spielregeln des Deutschen Bahnengolf-Verbands. Der Sport bleibt für viele aber eine lockere Angelegenheit und ist besonders bei Kindern beliebt.Laut Kamps ist die "Freestyle"-Anlage, die nur für ein halbes Jahr geöffnet ist, die erste ihrer Art in Deutschland. In Berlin werden die "Freunde des Minigolfs" aber diesen Sommer nicht die einzigen bleiben, die den Schläger schwingen. Auf einer Anlage am Hertzbergplatz in Neukölln gibt es zum Minigolf Grillfleisch und Musik.

Caroline Bock/DPA / DPA
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